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Chronik der Familie Johann Jakob Langen in Köln : auf Grund handschriftlicher Aufzeichnungen, der Kirchenbücher der evangelischen Gemeinden Marienberghausen, Mühlheim am Rhein und Bergisch-Gladbach sowie persönicher Mitteilungen im Frühjahre 1899
Entstehung
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nicht weiter darauf eingehe. Wir bezogen eine grosse geräumige Wohnung, Severinstrasse Nr. 57,und nun ging ein neues Leben für mich an. Der Uebcrgang vom Lande nach der rheinischenMetropole, die Stadt mit ihren Domen und Kirchen, ihren aiten Thorburgen mit den Strafgefangenen ingrau und gelben Kleidern, der mächtige Strom mit seinen Dampf- und Segelschiffen, der Neumarkt mitseinen Wachtparadon, der lebhafte Strassenverkehr, alles das machte gewaltigen Eindruck auf mich. Abernur kurze Zeit konnte icli mich solchen Eindrücken hingeben, dann brachte mich mein Vater baldigstzu dem Direktor der höliern Bürgerschule, Herrn Dr. Eschweiler, woselbst ich nach kurzer Prüfung inTertia Aufnahme fand, trotz mangelhafter Kenntnisse in Geographie, Naturgeschichte und Mathematik, inwelchen Fächern ich vieles nachzuholen habe, wie mir der Herr Direktor versicherte. Am 10. September1836 machte ich mein Abiturienten-Examen, welches ich mit dem Prädikat »genügend« bestand und nun,nachdem icli in den Ferien den Schulstaub abgeschüttelt, ging es aus der Bürgerschule in die Schule desLebens; ich widmete mich dem Kaufmannsstande. Den Anfang dazu hatte ich schon im Sommer undHerbst 1830 gemacht, wo, bei Gelegenheit der Ausführung einer von den Herreu Gebr. Weyersberg undden Herren Schimmelb u sc!i <0 Joost gemeinschaftlich übernommenen Säbellieferung an die französischeRegierung, ich an den schulfreien Nachmittagen meinen Vater nach dem in Solingen befindlichen Kontorbegleiten durfte, um die Briefe zu kopieren, welche er schrieb. Nun fand ich zunächst wieder vorüber-gehend Beschäftigung unter der Aufsicht und Anleitung des Vaters auf dem Kontor der HerrenSchimmelbusch & Joost, Zucker-Raffinerie. Nachdem mein Vater durch Vermittlung seines Freundes desHerrn Fr. Schmidt in Magdeburg, eine passende Stelle für mich gefunden in dem Engros-Geschäft derHandlung Schütze & Co. Nachfolger, Kolonialwaaren, Südfrüchte und russiche Produkte, reiste ich dahin am7. Mai 1837 mit der Berliner Sehuellpost ab. In Wermelskirchen gesellte sich mein Freund Peter Schumacherzu mir, welcher in das Geschäft seines Onkels, des Herrn Fr. Schmidt, ebenfalls als Lehrling eintratund nun ging es in die weite Welt hinaus. Nach kurzer Rast in Braunschweig langten wir am 13. Maiwohlbehalten in Magdeburg an, wo unserer der Hausknecht der Firma Pfeiffer & Schmidt harrte. Auf dieDauer von drei Jahren hatte ich mich verpflichtet — eine lange Zeit — mir ist sie unter allerlei Freudenund Leiden sehr rasch vergangen. Mein Chef, Herr Karl Brauns, war ein Original; wir wurden aber gutmiteinander fertig. Als ich mich am 28. Mai 1810 von ihm verabschiedete, nachdem er mir in OptimaForma einen Lehrbrief ausgestellt, empfanden wir Beide etwas wie Trennungsschmerz. Viel Freundschafthabe ich in Magdeburg genossen und heute noch gedenke ich mit Vergnügen der daselbst verlebten Jahre.

Aber mit Macht zog es mich wieder in die Heimat zurück; wenn auch auf einem kleinen Umwege,über Hamburg, Bremen und Osnabrück langte ich gesund und wohlbehalten wieder in der alten Colonia,und im Eltcruhause an. Hier vermittelte mir mein Vater durch seinen Freund, Herrn Ludwig Deichmann,eine Stelle als Korrespondent in dem Bankhause Ahr. Schaaffhausen, welche Stellung ich auch beibehaltenkonnte, nachdem ich, um meiner Militärpflicht Genüge zu leisten, als Einjähriger-Freiwilliger bei der5. Kompagnie der 7. Artillerie-Brigade in Köln eingetreten war. Meine Dienststunden beschränkten sichgrösstenteils auf den Vormittag und Nachmittags erledigte ich dann die Arbeiten auf dem Kontor.Nachdem ich es in der Armee bis zum Range eines Bombardiers gebracht und des Königs Rock nachbeendeter Dienstzeit ausgezogen, verabschiedete ich mich auch bei dem Hause Ahr. Schaaff hausen, um zumeiner weiteren kaufmännischen Ausbildung eine Reise über Mainz, Mannheim, Strassburg, Basel, Bern,Lausanne, Genf, Lyon nach Marseille anzutreten, wo ich durch Vermittlung des Herrn Jakob Höninghauseine Stellung als Volontär in dem Hause der Herren Paul Auguste-Fils & Armand fand. Hatte ich michin Magdeburg mit Kaffee, Zucker und Korinthen, Rosinen und Mandeln, Thee, Thran, Talg, Hering und

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