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Die freien Herrn und Grafen von Zimmern : Beiträge zur Rechtsgeschichte nach der Zimmerischen Chronik
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halten, so schetzt der richter, welcher dem andern soll hinauss-geben. Derselbig muess dann dem gegentheil, was geschetztwurt, bis zum zwanzigsten tag (das ist uf Hilari, so das ge-richt ain ort hat) erlegen und bezallen, und ime der andersein guet lassen, es gefalle ime oder nit. Wurde es aber zutheur geschetzt, das gewonnlichen beschicht, so muess der,der behalten hat, das guet haben, es gefalle ime gleich odernit, es were dann sach, das er sich mit dem gegenthail guet-lichen vertragen megte. Vertregt er sich dann, wurt er gegendem richter penfellig. Exempli gratia: so soll ain burger,Vischerhanns, zu Oberndorf gewesen sein, der herrchaft da-selbsten uf den weier zu Waldtmessingen gefaren sein, undhaben baidt partheien behalten. Obgehörter massen ist demVischerhannsen der weier mit urtheil zuthailt worden, undhat die Herrschaft solchen weier wider haben wellen, hat siesich mit ime seins gefallens muessen vertragen und ime,Vischerhannsen, etliche fuder weins, mit zwaien raifen ge-bunden, das ist etlich mass, zu straff geben. Wann aber baidthail lassen, komen sie baiderseits zu schaden umb ain fueder,das ist umb ain mass, zwo, drei oder mehr, nach gestalt derSachen. Behelt aber der ain und last der ander, so komptder, der behalten hat, nit zu schaden, aber der, so gelassenhat. Und was der zeit, weil der freimarkt weret, für straffengefallen, das wurt durch ain Schreiber von persona zu personufgeschriben und muess ieder solchs biss zum zwanzigsten tagbar erlegen. Nach solchem werden alsdann mann und weiberzusamen beruefen, die verzechen die gefallnen straffen undseind froelich, gueter ding mit danzen und springen« *)

Von privatrechtlichen Rechtsalterthiimern sei der Frosch-lehen gedacht, welche das Kloster Reichenau zu verleihenpflegte: »also genennt, da sondere mair und leut daraufbestellt, die auch ire lehengueter darum besessen, die habenden fröschen weren sollen und verhindern, das die gaistlichenvätter vor dem retschen schlafen künden, ain luxus, der auch

- 1 ) Chronik II. 61 64, Birlinger: Schwaben II. 516 fgg. Ueberdas unter dem Namen Freimarkt vorkommende wunderliche Spiel (siehez. B. Wassersehleben: Rechtsquellen S. 305, 6) bietet meines Wissensdie ausführlichsten Nachrichten K. Maurer in der Germania XIX. 1 fgg.;vergl. auqh Kölbing: Englische Studien Y. 151 fgg. Im Allgemeinen istzu vergl. Gierke S. 58 fgg.: Das Recht im Humor.