I.
Einleitung.
Auf einem schmalen Bergrücken, westlich vom oberenNeckarthal, zwei Stunden entfernt von der ehemaligen Reichs-stadt Rotweil, liegen die Ruinen der Burg Herrenzimmern,des Stammschlosses der freien Herren und späteren Grafenvon Zimmern. Urkundlich werden einzelne Angehörige diesesGeschlechts seit dem Ende des 11. Jahrhunderts genannt, aberder Ursprung und die älteren geschichtlichen Beziehungendesselben sind in Dunkel gehüllt und selbst die Geschichtedes 12. und 13. Jahrhunderts bietet nicht viel Zusammen-hängendes, Sicheres über das Gesammthaus dar, während übereinzelne Persönlichkeiten allerdings ausführlichere Nachrichtenvorhanden sind. In der Mitte des 14. Jahrhunderts erwarbWerner von Zimmern durch Heirath und Erbvergleich seinemGeschlechte auch die stattliche Herrschaft Messkirch im heuti-gen Grossherzogthum Baden, und damit beginnt die Blüthe-zeit der Familie, welche bis 1488 währte. Dann folgen zweiJahrzehnte grosser politischer und ökonomischer Bedrängniss,von der sich das Haus nur schwer und langsam zu erholenvermochte. Im 16. Jahrhundert ist der gesammte Familien-besitz noch einmal vereinigt in den Händen des Grafen FrobenChristof und zuletzt des Grafen Wilhelm von Zimmern, mitwelchem 1594 der Mannesstamm erlosch; die Besitzungenwurden zum Theil an die Stadt Rotweil veräussert, zum Theilvon Oesterreich als Lehen eingezogen, zum Theil gelangtensie — so die ganze Herrschaft Messkirch — gegen Ab-findung der anderen Allodialerben an die Grafen von Helfen-stein und später an das Haus Fürstenberg*).
') H. Ruckgaber: Geschichte der Grafen von Zimmern, Rotweil,1 840. — Stalin: Wirtemberg. Geschichte II. 538, IV. 835 fg. — Paul
Franklin, Zimmern. 1