V.
Gerichtswesen.
Uebergross ist die Zahl der Fehden und Händel allerArt, von welchen die Chronik berichtet; Streitigkeiten und»Rechtfertigungen« unter Genossen derselben Familie wie unterverschiedenen Geschlechtern, zwischen Adel und Städten wiezwischen Herren und Unterthanen erzählt sie in reicher Fülle
') Ich hebe im Folgenden nur wenige besonders hervor. Chronik I.362: Streit zwischen Zimmern und etlichen Rittern zu Entringen („ohneweitere erörterung ausgetragen"), — I. 394 fgg.: Rechbergische Fehde (aus-geglichen durch den Markgrafen von Baden als Commissarius Friedrichs III.,.Literatur bei Barack I. 399), — I. 436 fgg.: der Streit mit den Edelleutenzu Fridingen (do ward die handlung— hingelegt und vertragen), — 1.439:Forst- und Jagdstreitigkeiten zwischen Zimmern und Werdenberg (freund-lichen und guetlichen hingelegt durch beider Theile Freundschaft), — 1.630:Streit mit Oberndorf (Verhandlungen vor einem kgl. Commissarius, unerledigt),.— II. 226 fgg.: die Erbachischen Händel (nachdem darüber vor dem Land-gericht zu Rotweil und vor dem Kammergericht verhandelt worden, unter-wanden sich auf dem Reichstage zu Worms 1520 die nächsten Freunde undVerwandten beider Parteien „der strittigen handlungen mit allen trewen undprachten auch die letzslichen mit vorwissen und bewilligen beider theil zuendtlicher vergleichung"), — II. 235 fgg.: Verfahren gegen den Grafen Felixvon Werdenberg wegen Ermordung des Grafen Andreas von Sonnenberg(ohne rechtsförmliches Urtheil beigelegt durch königliche Mandate von 1514und 18 und einen Sühnespruch kaiserlicher Commissarien von 1524; Literatur:Barack S. 235, Vanotti 453 fgg.), — III. 50: Erbstreitigkeiten nach demTode des Grafen Christof von Werdenberg (schliesslich gütlich vertragen:Vanotti 465 fgg.), — III. 284 fgg.: die Fehde des Christof von Landen-berg gegen die Familie von Zimmern und die Stadt Rotweil von 1540—43(ohne Grund begonnen, geführt mit schmählicher Grausamkeit und Rohheit,,und beigelegt, nachdem die Besitzungen der Zimmern im oberen Neckarthaldurch Mord, Brand und Raub schwer heimgesucht worden, durch Vermitte-lung fürstlicher und städtischer Räthe; Literatur bei Barack 289, Ruck-gaber: Rottweil II. 2, 195 fgg.); — HI. 330: Rechtssache zwischen dem.Grafen Wilhelm von Fürstenberg und Sebastian von Vogelsberg (nach längeren