— 139 —
das er das huetle oder den faden, daran es hangkt, niendertberüere. Und welcher sich also dermassen, wie gehoert, be-freiet, der ist, so lang er in der stuben bleibt, frei; als oftaber ainer herauss geet und wider hinein will, der muess sichallewegen obberichter massen wiederumb befreien. Wann aberainer in berüerte stuben geet und ains oder mer oberzellterceremoni — überschreit und nit erstatt, so hat alsdann dernechst, welchen lust, macht ze fragen, ob der herrschaft freiermarkt offen seie. Antwort der schulthaiss: ja. Darauf nimptder, so clagen will, ain fürsprechen und rathgeben, clagt zudem, so die unzucht begangen, wie das er sein gnedigenherren den kunig entunert etc., mit böster form als man mag.Dernhalben fart er ime mit seinem gueten guet und nimptetwas an seinem leib, es seie huet, rock, wamas, hosen, girtel,gewehr etc., oder ain ligends stuck, ain acker, wis, garten,haus oder hof und nennt dasselbig uf sein guet; auch nennter das, darauf er ainem faren will, ain guet, als exempli gratia:,Ich Lorenz clagte zu Steffan und sagte darbei: ich faremit meinem gueten gut, nämlichen mit meinem rock (undzüge denselbigen ab), dem gemelten Steffan uf sein guet,nämlichen hosen und wamas, so muest der gedacht Steffanhosen und wamas abziehen —, dann man hat macht, alles,so ainer am leib, darauf zu faren —. Nach solchem statder gerichtsknecht davornen uf dem bank und rueft, obsiemands welle boessern, zum ersten, andern und dritten mal.Wills dann der cläger oder antwortter bössern, spricht er:Ich wills boessern mit ainem, zwaien, dreien oder mehr markensilbers, oder mit farender haab, oder ligenden guetern.Wellen sie es aber nit mer boessern, sagt ir ieder, er hab ainguet guet. Uf sollichs gat das gericht hinaus und schetztdie güeter, darauf sie ainandern seind gefaren, welches guetboesser seie dann das ander, ob des clegers, darmit er demantwurter ufgefaren, oder ob des antwurters boesser, danndes clegers seie, welcher dem andern thail nachgeben soll.Und komen alsdann die richtere wider in die stuben. Darauffragt des clegers fürsprech den cleger heimlich, ob er dasguet, uf welches er gefaren, behalten oder lassen wolle. Dar-gegen fragt des beclagten fürsprech den antwurter offenlich,ob er auch behalten oder lassen woll. Wann er dann be-halten oder lassen will, öffnet des clegers fürsprech auch, ober behalten oder gelassen hab. So haben sie dann baid be-