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Die freien Herrn und Grafen von Zimmern : Beiträge zur Rechtsgeschichte nach der Zimmerischen Chronik
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Ein ganz abenteuerlicher Gebrauch wird von Schliengenim Schwarzwald berichtet: »Daselbs, wann das jargericht ümbMartini gehalten, so muess dieselbig weil ain paur hündermoffen sitzen, in hutt und kappen und wol angethon, und haiztman darzwischen nach vorteil ein. Waher aber der gebrauchalso erwachsen oder was er soll bedeuten, das ist lenge halbder zeit vergessen und künden die einwonner dessen kainursach anzaigen« *).

Hieran mögen sich schliessen die Gebräuche, welche aufeinem sogenannten freien Markte üblich waren, wie einensolchen im Jahre 1502 Johann Werner von Zimmern nachOberndorf ausrufen liess: »Erstlichen wurt der frei marktdurch den stattknecht offenlichen in der kirchen verrueft,das von ainer herrschaft daselbs solcher freier markt uf demrathhaus sechs wochen und drei tag gehalten werd und dersolle meneglichem zu gebrauchen erlaupt sein Her-nach ghat man nach mittag uf das rathhaus. Daselbst lastdie herrschaft ein besondern schulthaisen und zwelf richtereuss der gemaindt und kainen auss dem rath, auch ainensondern gerichtsknecht setzen und ordnen, und täglichen,wann man auf das rathhaus kompt und die gewonlich zechaus und fürüber, pflegt man gericht zu halten, und ist dergerichtsknecht zu verruefen, der herrschaft freier markt seioffen. Zu dem wurt auch ain baderhtietle davornen über denehrtisch an drei fäden, gleicher gestalt wie ain wagschüssel,in der Stuben ufgehenkt, und welcher zu der stubenthür hineingeet, der muess sein hüetlin zuvoran abziehen, mit unbe-decktem haupt hinein geen und ain häller zwischen den zwaienmittlen fingern haben und ine vor ime inhin pieten, darzusprechen: Erschrecken nit!, auch sich gegen baderhüetle naigenund verner sagen: Da freie ich mit gegen meinem gnedigenherrn dem künig (denn das ufgehenkt baderhüetle wurt ,meingnediger herr der künig' genannt) mit ainern mark Silbers,den haller hiemit ins huetle legend; darbei vleisig acht nemen,

1. c. 17577. Zur Erläuterung im Einzelnen vergl. die bereits von Uhlandangeführte Literatur und ausserdem Liebrecht in der Zeitschrift für deutscheKulturgeschichte, N. F. I. 365. Wegen der dritthalb Pferde auch GierkeS. 21, und wegen des seidenen Fadens daselbst S. 38 und Zingerlein der Zeitschrift für deutsche Philologie II. 325.

') Chronik II. 611, Uhland 93, Birlinger 177.