— III —
Herrschaft Messkirch, die, wie bemerkt, im Auftrag des Königssequestrirt wurde, ein, eroberte die Stadt mit Gewalt undnöthigte die Unterthanen aller Orten zur Huldigung. UndMaximilian war kein »ungnedigster könig« ; er that nichts,diesen neuen Bruch des Landfriedens zu ahnden, freilich, wiedie Chronik andeutet, aus Furcht, es möchten noch grössereUnruhen in Schwaben ausbrechen. Johann Werner ent-schuldigte in einem Schreiben an den Kaiser sein keckesVorgehen mit der Nothlage, in welche er und seine Ge-schwister durch den ganzen Verlauf der Dinge gebrachtworden seien, und bat zugleich Fürsten, Herren und Ständeum ihre Fürsprache beim Reichsoberhaupt. Und diesmalhatten seine Bemühungen besseren Erfolg als früher. AufErsuchen der Stände wurden die streitenden Parteien auf denReichstag zu Augsburg geladen, dort durch den Erzbischofvon Mainz und andere Herren im Auftrage des Kaisers ver-hört und sehr rasch zu einem Vergleiche veranlasst, der imWesentlichen die Beredungen wiederholte, welche im Jahre1497 festgesetzt worden waren. Dieser Vertrag wurde so-fort von Maximilian bestätigt und zugleich die DeklarationFriedrichs III. vom Jahre 1488 feierlichst zurückgenommen 1 ).Alles dies geschah im März des Jahres 1504", nachdem dervon Anfang bis zu Ende durchaus unwürdige Handel übersechzehn Jahre gewährt hatte !
Mit ganz besonderem Interesse sieht man den Mit-theilungen der Chronik über das Reichskammergericht ent-gegen, an welchem Graf Wilhelm Werner von Zimmern fastfünfundzwanzig Jahre thätig war. Der Graf hat auch demGericht in der Zeit späterer Zurückgezogenheit eine eigeneSchrift gewidmet 2 ): »Verzeichniss des kaiserlichen Kammer-gerichts zu Speyer, Kammerrichter, Beisitzer und Doctoresvon 1529—53«; dieselbe enthält aber nach einigen ganzunbedeutenden Nachrichten über Ursprung und Besetzungdes Gerichts nur die Namen und die Abbildungen der Wappenderjenigen Beisitzer, Prokuratoren und Advokaten, welche derVerfasser bei seiner ersten Berufung schon vorfand und welchein der Folge neu berufen wurden, abgingen oder starben;
') Bd. II. S. 53 fg., 69 fg., 84—97.
2 ) Originalhandschrift, Pap., 82 Bl. in 2°, Hofbibliothek zuDonaueschingen Nr. 497. — Vergl. Barack in der Chronik IV. 328.