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reichstag gehandelt und was hernach in Ungarn usgericht, isweger geschwigen dann geschriben, zu dem es auch in disehistoriam nit dienstlich; — über den schmalkaldischen Kriegzu berichten, lehnen die Verfasser mit Bezugnahme auf Slei-danus und andere ab: ist von unnötten allhie zu vermelden;— von dem wichtigen Ständekonvent zu Ulm 1547, auf demFroben Christof selbst anwesend war, bemerkt die Chronik:und was sonst uf solchem statlichen und grasen bundtstagverabschidet, das ist hieher in dise zimbrische historiam nitdienstlich, sondern wurt allain der ursach halb vermeldet, dassich ein iecherlicher handel dozumal in Ulm begab, welcher■der gedechtnus würdig; — und ähnlich an anderen Stellenmehr *). Gute Schwänke und Possen, lächerliche und schimpf-liche Handlungen, abenteuerliche Begebenheiten aller Art in■die Chronik aufzunehmen, achten die Chronisten überhauptfür ein treffliches Mittel, den Leser bei gutem Willen zu er-halten 2 ), und sie haben von diesem Mittel reichlichst Ge-brauch gemacht.
Nach anderer Richtung erscheint nun aber die Chronikallerdings als ein Quellenwerk von ungewöhnlicher Bedeutung.An die Geschichte des Geschlechts von Zimmern knüpft sichdie aller der Familien, mit denen sich jenes verschwägerteoder sonst in Beziehungen trat; wird irgendwo eines bedeuten-den Mannes gedacht, so erfährt man meist auch Einiges überseine Herkunft, sein Leben, seine Schicksale, und dabei ge-denken denn die Verfasser wohl anderer ähnlicher Lebens-gänge und Ereignisse aus früherer oder späterer Zeit und be-richten nun auch diese in behaglicher Breite; was ihrenUnterthanen, Dienern und Geistlichen Ernstes und Scherz-haftes zugestossen, mögen sie nicht verschweigen; die Erwäh-nung einer Stadt, einer Gemeinde, einer Oertlichkeit überhaupt,führt auf die Geschichte derselben, auf das Leben und Treibeninnerhalb der betheiligten Kreise; gedenkt die Chronik einerSage, eines Märchens, einer Gespenster- oder Wundergeschichte,so hören wir sofort von zahlreichen anderen, aus nähereroder weiterer Ferne; schildert dieselbe Sitten, Gebräuche,öffentliches oder häusliches Leben eines bestimmten Standes,
') Chronik II. 624, 30, — III. 350, 506, 34, 560; vergl. auch 1.240, III. 586 und IV. 58.
2 ) Chronik III. 69, IV. 13 und 75.