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Benützung zahlreicher Schriftsteller des Alterthums und desMittelalters, auch vieler ungedruckten Nachrichten und münd-lichen Ueberlieferungen erkennen. Die verschiedene wissen-schaftliche Bedeutung dieser Quellen wissen sie recht wohl zuwürdigen, insbesondere betonen sie den Werth, welchen gleich-zeitige Aufzeichnungen und sichere Urkunden für die Darstel-lung eines bestimmten Zeitabschnittes haben; darum beklagensie auch so oft den Unfleiss der Vorfahren, welche es unter-liessen, ihre Erlebnisse und Beziehungen aufzuzeichnen, undden Verlust werthvoller Urkunden, mit denen allerdings ge-rade in diesem Geschlecht besonders schlecht gehaust wordenist 1 ). Auch an historischem Takt und politischer Erfahrungfehlte es den Verfassern nicht 2 ) und von dem Beruf undden Aufgaben eines Geschichtschreibers hatten sie eine sehrhohe, durchaus würdige Anschauung: er soll mit unablässigerSorgfalt nach der Wahrheit suchen und forschen, das fürwahr Erkannte aber ohne Furcht und Scheu, ohne Rücksichtauf Hohe oder Niedere, frei und ungeschminkt erzählen, nichtsverschweigen und nichts hinzufügen 8 ). Aber gefehlt hat esihnen an kritischer Schärfe und, trotz des Strebens nachWahrhaftigkeit, an Unparteilichkeit in der Beurtheilung desHandelns und Verhaltens anderer Geschlechter: entschuldbarbei einem Werke, das zunächst eine Geschichte der eigenenFamilie sein und dem Ruhme dieser dienen sollte, und er-klärlich ausserdem durch ein gewisses Behagen an allerleiSchandgeschichten, welche da und dort bei anderen Geschlech-tern sich ereignet haben sollen. Dass endlich auch die Dar-stellung mancherlei erhebliche Mängel zeigt und die Benützungder Chronik für historische Studien sehr erschwert, ist schonvon anderen bemerkt worden.
Was den Werth der Mittheilungen anbetrifft, welche dieChronik überliefert, so hat schon der Herausgeber darauf
J ) Unfleiss der Vorfahren: Chronik I. 31, 60, 68, 145 u.s.w.; —Verlust der Urkunden: I. .71, 74, 159, 185 fg., 93, 422, 39, 569, 76, II. 29,375, 499 (hier die Erzählung, dass Gottfried Werner v. Z. die alten Ge-schlechtsurkunden zum Leimsieden verwenden liess), III. 51, 268, 621, IV.145, 89. — Oefters mahnen auch die Verfasser ihre Nachkommen, gewissenFamilientraditionen weiter nachzuforschen, z.B. I. 74, 101, 142, 351, 111.278.
2 ) Siehe z. B. Chronik II. 617, — III. 24 — ein gewisser kritischerTakt: I. 149, 257.
3 ) Chronik I. 314, 526, 617, III. 24; 260, IV. 46; vergl. auch
Barack Bd. IV. 320 fg.