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dem Bürgerstande studirten*). In Frankreich hielten sich dieBrüder über zwei Jahre auf, kehrten dann nach Deutschlandzurück, worauf für Graf Froben ein mehrjähriges, durch Reisenöfters unterbrochenes Studium in Löwen folgte. In den Jah-ren 1539 und 1540 unternahm er wieder eine grössere Reisenach den Niederlanden und Frankreich (Paris, Tours, Angers),kehrte aber 1541 nach Deutschland zurück und übernahmnach dem Tode seines Vaters und seines Oheims und nach-dem seine Brüder verzichtet hatten, den gesammten Familien-besitz, besuchte aber doch noch einmal Frankreich und wahr-scheinlich auch Italien. Er war ein sehr umsichtiger, durch-aus praktisch gesinnter Mann, eifrig bedacht, den Besitz desHauses, Güter und Gerechtsame, zu wahren und zu mehren,aber auch bestrebt, Sitte und Brauch im Geschlecht zuerneuern und den Glanz desselben zu heben. Auf seinenlangen und weiten Reisen hatte er viel und vielerlei erlebt,gesehen und erfahren, und auf seine Mittheilungen, so ver-muthe ich, sind wohl die zahlreichen, zum Theil recht bedenk-lichen Anekdoten zurückzuführen, welche in der Chronik,deren Zustandekommen er lebhaft förderte, mitgetlreilt sind 2 ).
Zur Charakterisirung des Geistes, in welchem die Chropikgeschrieben ist, lassen sich folgende Züge in Kürze hervor-heben.
Die Verfasser sind, wie alle Genossen ihres Geschlechtsvon Alters her, von aufrichtiger Frömmigkeit, durchaus wunder-gläubig 3 ), strenge Anhänger des katholischen Glaubens undentschiedene Gegner der Reformation 4 ); die reformirte Lehreist ihnen eine ungereimte Religion; — die lutherischen undkalvinistischen Prediger werden als gottlose Buben bezeichnet;— von vier deutschen Grafen, welche sich der Reformationangeschlossen hatten, wird gerühmt, sie seien geschickt, ver-ständig, fürnehm und gelehrt, aber gerade deshalb müsse es
b Ueber den Besuch der Universität Bourges Seitens deutscher Stu-dirender vergl. Stölzel; Entwickelung des gelehrten Richterthums I. S. 58 fg.
2 ) Ueber Froben Christof siehe in der Chronik namentlich III.136-74, 230-60, 327 fgg.. 350 fgg., 430, 456, 605, 617 fgg., IV. 23 fgg.,194, 199, 265, 281, 298 fgg. Zu vergl. Ruck gaber S. 228 — 38 undBarack IV. 329 fgg.
3 ) Beispiele I. 64, 144, 159, 168, 463, — II. 269, 449, 635, — IV.2, 99 und viele andere.
4 ) Vergl. z. B. II. 233, 34, — III. 301, 372, — IV. 71, 285 u.s.w.