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und sogar die Meilenzeiger und Gränzsteine zu füllen und alleVorzeit zu verkleistern suchte. Dies Strebe» erklärt das Verhaltender Negierung gegen den ehrwürdigen LandeSdom zu Allenberg,dessen Herrlichkeit'sich mit dem NamenSzuge 'I' nicht ver-büllcn ließ. Um nicht den direkten Vorwurf des Vandalismus sichzuzuziehen, verkaufte die Negierung das Kloster am 4. Febr. 18Vssan Speculanten, nachdem man die beweglichen Gegenstände, diekostbaren Kultusgeräthe theils verkauft, theils nach Düsseldorf ge-bracht, oder gar verschleudert hatte. Im Kaufvertrage selbst warder Untergang der Kirche (8. 5, 6 u. 7) vorbereitet, denn eö hießdarin: auch sie solle dem Ankäufer der Klostergüter zum vollenEigcnthume gehören, sobald sie Ruine und nicht mehr gebaut werde.Dabei behielt sich die Regierung vor, die Grabmale der BergischenFürsten, die Geschichistaseln, Glasmalereien und andere Kunst-schätze auszubrechen und zum Schmucke der Gstadt Düsseldorf zuverwenden. Bis zum I.Mai I8l>6 sollte diese Zerstörung ausgeführt,die entheiligten Gräber sollten mit Platten belegt und die Fenstermit gewöhnlichem Glase vertauscht werden — Alles auf Landes-besten. Doch kaum hatte man Zeit, die leichtbeweglichen Sachenfortzubringen, da wurde das Land (15- März l8l)6) an Frank-reich abgetreten und der Greuel der Zerstörung unterblieb.
Den Franzosen, die ein neues Staatobürgcrthum mit Bajo-netten aufdrangen, war Alles verhaßt, was au die rechtmäßi-gen Landesfürsten erinnerte, deshalb ließ man die vorbehaltencnSachen im abgelegene» Thale, und kümmerte sich nicht darum,daß sogenannte Kunstfreunde die Alterjhumsschätze zerstümmel-tcn, um ihre Sammlungen zu bereichern, oder gar an die SöhneAlbions unsre heimatlichen Hciligthümer zu verschachern. End-lich, als die Franzosen dem rechtmäßigen Landcsherzoge, demSprossen unseres frühesten Fürstenstammes die Heimat wieder ge-räumt hatten, nahm eine K. Kabinetsordre vom 4. Octbr. 181Sdie Denkmale der Vorzeit in Schutz. Die noch in Altenberg be-findlichen Alterthumsschätze wurden inventansirt und vor Ver-schleuderung sicher gestellt. Doch da drohetcn die Elemente dasHeiligthum zu vernichten. In einer im Darunter der Abtei errich-teten Farbstoff-Fabrik brach in der Nacht vom 6. auf den 7.Novb. 1815 Feuer aus, und trotz der angestrengten Nertungsve»suche gingen in furchtbarer dreitägiger Feuersbrunst die prachtvoll-sten Gebäude der Nheinlande unter. Die Prachthallen des inbyzantinischem Styl gebauetcn KapitelbauseS, der durch seine Glas-malerei einst wcrthvölle Kreuzgang, die Sakristei, daö Dormitcr,Nefectorium, die Prälatur und Priorat, die schönsten Gebäude desKlosters gingen verloren. Der Kirchthurm, daö Dach der Kirchewurden verzehrt; der Tempel selber blieb zwar im Innern unbe-schädigt; doch die Südseite des Chores war durch die Glut be-