bereitend, wurde um'S Jahr 1120 durch die BrüderAdolf undEberhard, deren Großvater schon den erblichen Besitz der Graf-schaften Berg und Altena erlangt hatte, gemeinschaftlich verwaltet.In den Schriften der Altenbcrger Mön ho, in Sagen und Volks-liedern wird nnS von diesen Grafen so viel Anziehendes kund,daß sie nnS als Muster von Tugend, als ein Muster von brüder-licher Liebe gelten können. Adolf, der altere Bruder, vermähltmit Gräfin Helene von Lützelburg, trieb sich im Gcwühle einesthatenreichcn Lebens umher. Eberhards Gemüt, nach der Sage, durchden Verlust seiner Verlobten niedergebeugt, lenkte zu einem stillenbeschaulichen Leben. Während Adolf am Hoflager dcS Kaisers Lotharin ritterlichen Tugenden glänzte, befaßte sich Eberhard auf derBurg Berge, seinem Lieblingsaufcnthalte, mit heiligen Schriften,verwaltete das Nichteramt im Dcuzgau und über Altena, die heu-tige Grafschaft Mark. War Adolf daheim, so führten die Brüderdie Regierung gemeinschaftlich, und mochten die Lande, wie ihreNachfolger getban, nicht theilen. Als Adolf im Jahre l l2ft mitdem Herzoge Walram von Limburg gegen Lothringen zu Felde lag,führte Eberhard die Bcrgcr zu Hülfe. Bei Thaldorf, in der Nähedes Klosters Morimnnd, an der Gränze der Champagne, kam eszum entscheidenden Kampfe. Die Bergischen erfochten den voll-ständigsten Sieg. Doch in der Hitze der Verfolgung von den Seini-gcn entfernt, schmetterte Eberharden eine feindliche Strcitart nieder,«schwer verwundet schlich er vom Schlachtfclde, dessen Opfer demweichen Gemüte des Grafen alles kriegerische Treiben verleideten.Ein heiliger Lebensplan, als frommer Büßer Gott allein zu dic-
Die Aufstellung von Teschcnmacher, Brosius, Borhcck, W. Aschcnbcrg, Lenzm,Schmidt, Knapp u. A., daß unsere Heimat nicht von der Burg Berg,sondern von ihrer Lage den Namen trage, ist sprachlich und urkundlichzu widerlegen, sehr leicht. Zu fernerer Gewähr berufen wir uns nurauf Herrn Archivrath Lacomblct in Düsseldorf, der hier alle übrigen Aucto-ritätcn aufwiegt. Seinen mit kritischem Geiste und ungemeiner Kcnnt-niß vorzeitlicher Verhältnisse edirtcn Urkundcnbüchcrn verdanken wir vieleNachrichten über Attenberg. Die örtlich noch übliche Mundart Berge fürBerg beirrte Fremde auch, unser Land „üo Monlilius, das Land derBerge" zu nennen Die zuverlässigsten Urkunden, die Grabschriftcn derLandesherren nennen das Land ,,zu> Berge, <Iv monio." Knopps sonder-bare Aufstellung, daß Attenberg jünger sei, 'als die Neuenbürg an der Wup-per, stimmt mit einer Volkssage übcrein, die den Grafen Adolf verwun-dert ausrufen läßt, daß Eberhard in „all de Berge" gebaut habe, woherdenn der Name „Attenberg" entstanden sei. Die Burg Berge wirdschon im 10. Jahrh. erwähnt. Das Kloster hieß im 13. Iahrh. nochschlechthin: Lluuslrum Uerzensn, oder (In manlc, später innns velus,oder Attenberg, im Gegensatze zu der später erbauten Neuenbürg, Burgan der Wupper.