ihm nach, seine Geschwister halten ihn, man hört (las Klap-pern in seiner Rocktasche und zieht das Resteck heraus.Friedemann stutzt. Er ruft den Freund zurück undbittet ihn um Vergebung. Während aber die Anderenüber seine Verkehrtheit lachen, weiss er nichts zu sagen.
' O 7
als: „Wo ich nur all den Appetit herbekommen haben mag!"
Unter solchen äusseren und inneren Verhältnissen warFriedemann zum Jüngling herangereift und hatte end-lich ein Alter erreicht, in welchem er nach der Sitte derVorfahren und dem Gebrauche der Zeit seine Kräfte prü-fen, sich Haus und Herd selbst gründen sollte. Die Studien-zeit war mit dem 23. Lebensjahre vorüber. Nichts konnteihn mehr veranlassen, in dem von Geschwistern und Schü-lern überfüllten Hause des Vaters zu bleiben.
hn Jahre 1733 war die Organistenstelle an der Sophien-kirche zu Dresden erledigt. Am 7. Juni meldete er sichvon Leipzig aus mittelst folgenden dort am 12. Juni präsen-tirten Schreibens um die Stelle 1 ):
„Magnifice!
llochedeigeborne, Hoch- und Wohledle, Hoch- und Wohlgelahrte,auch Hoch- und Wohlweise Herren, Hochgeneigteste Gönner.En. Ilochcdelgeb. Herriichk. sonderbare Giite und Sorgfalt, mitwelcher Dieselben jedermann, so nur Dero hiilfreiche Hand ver-langet, zugethan, kan voritzo genug seyn, mich in meiner Hoffnungzu unterstützen; Massen überdiess En. Magnilic. u. Ilochedelgeb.Herriichk. angebohrne Leutseeligkeit mich fast zwingen soitc zuglauben, es werde auch vor diessmahl meine unterthänige Bitte cini-germassen statt finden. Es wird nehmlieh Eu. Magnific. und Iloch-edelgeb. Herriichk. nicht unbewust seyn, Was massen der HerrPezold, gewesener Organist bey der Sophien-Kirche dieses Zeitlichegesegnet, und also dessen vacaute Station mit einem suhjecto wiederzu ersetzen; Wenn demnach bey Eu. Magnific. und Ilochedelgeb.Herrlichkeit als einen competenten mich gehorsamst melden wolte(obgleich Derer kein Maugel seyn dörffte). Als ergeht an Eu.Magnific. und Ilochedelgeb. Herriichk. meine unterthänige Bitte, dassdieselben gnädig geruhen wollen, bey dieser Vacance meine Wenig-keit in hohe Consideration zu ziehen, und nebst anderen Competentenmich zur Probe gnädig zu admittiren.
!) Acta des Stadt-Itaths zu Dresden, den Organistendienst an derSophienkirche betr. 1733—1842. Sect. III. Cop. VII. No. 67. Fol. 10,