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2 (1868)
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wie, das Beispiel Emanuel Bach's deutlich beweisst. Vondiesem Gesichtspunkt aus und als Zeichen des Bildungs-ganges, den Fried ein ann 's musikalische Entwickelunggenommen hat, sind beide Stücke jedenfalls von nicht ge-ringein Interesse.

Friedemann, der weiterhin so viel Proben eigen-thümlicher Lebensfremdheit gegeben hat, dass von ihmallein mehr Anekdoten aufbewahrt sind, als von seinemVater und seinen Brüdern zusammengenommen, scheintschon als junger Mensch zerstreut und sonderbar genuggewesen zu sein, um selbst mit der beschränkten Umgebungdes Hauses nicht ausser Oonflict zu bleiben.

Er war ein vertrauter Freund von Doles, der wäh-rend der Dreissiger Jahre im Hause seines Vaters dieMusik studirte. Einst wollte Friedemann diesen aufseiner Stube besuchen, fand ihn dort aber nicht und setztesich, um ihn zu erwarten, an den Tisch, wohin man ebendas Abendessen für Doles auf Kohlen gestellt hatte 1 ). Inseine Träumereien versunken, nimmt er das Essen herunter,verzehrt es bis auf den lezten Rest und wird dann zuseiner Familie zum Essen gerufen. Ruhig räumt er zu-sammen, steckt dabei Messer, Gabel und Löffel in dieTasche, setzt sich mit den Seinen wieder zu Tisch undspeist ohne Weiteres noch einmal. Doles kommt nachHaus, findet das leere Geschirr, vermisst sein Besteck,fragt, wer auf seinem Zimmer gewesen, hört, dass Friede-mann dort war, geht zu ihm und macht ihm Vorhal-tungen darüber, dass er sein Abendessen verzehrt und seinBesteck mitgenommen habe. Dieser sehr erstaunt weistdie Zumuthung des Freundes ab, und wird, als dieser seinBesteck von ihm zurückfordert, im höchsten Grade auf-gebracht. Er springt auf und droht Doles, dass er ihnzum Diebe machen wolle. Dieser, dem starken und faust-rechten Gegner nicht gewachsen, flieht; Friedemann will

i) Allg, Leipz. Mus.-Zeit. II. (1800) S. 830.