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2 (1868)
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wollen wir nicht einmal wieder die schönen DresdnerLiederchen hören?" Die Vorliebe für die Begleitungdieses Sohnes auf Reisen hielt bis in seine späteste Lebens-zeit an. Es ist bekannt, dass er ihn noch im Jahre 1747auf der Reise nach Potsdam zu dem grossen Könige mitsich genommen hat.

Ueberhaupt scheint Friedemann mit seinem sinnigenträumerischen Wesen und seinem in musikalischer Be-ziehung sich ganz und gar in die contrapunktischen Tiefender Kunst versenkenden Streben eine Vertrauensperson fürden Vater gewesen zu sein, der wohl kaum ahnen konnte,zu welchen Folgen bei der besonderen Richtung seinermusikalischen Anlagen dieses starre Anklammern an denformellen Theil der Kunst, dieses einseitige Erfassen der-selben führen werde. So beauftragte er, der damals krankwar, im Jahre 1729, als Händel von Italien aus vor sei-ner Rückkehr nach London seinen zweiten Besuch in Hallemachte, den 19jährigen Sohn, dorthin zu fahren und denberühmten Kunstgefährten zu ihm nach Leipzig einzu-laden. Es ist bekannt, dass diese Sendung keinen Erfolghatte, da Händel das Zusammentreffen mit Seb. Bachzu vermeiden suchte').

In jedem Falle hätten diese Reisen, der bevorzugteVerkehr mit dem Vater und die Bekanntschaft mit denvielen grossen Künstlern, die dessen Haus besuchten, dazubeitragen können, Friedemann's Gesichtskreise zu er-weitern, seine Ansichten und das Verständniss für die Auf-gabe seines Lebens abzuklären, seiner Bildung einen uni-versellen Charakter zu geben. Wohl kaum konnten alleBedingungen hiefür in höherem Grade vereinigt werden,als wie sie sich eben ihm darboten.

Mehr und mehr suchte der Vater sich ihm geistigmitzutheilen, die ganze Kraft und Fülle seines gewaltigenWissens und Erkennens auf ihn zu übertragen. Sein

i) Bitter, J. S. Bach. Th. II. S. 5.