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matik." Diese authentischen Mittheilungen zeigen, dassdie Studien, denen Friedemann in Leipzig oblag, keines-wegs bloss formeller Natur gewesen sind. Die Mathematik,eine Wissenschaft, die im vorigen Jahrhundert vielfachauf die Theorie der Musik und die Ausmessungen der Töneangewendet wurde, hat er später noch, als er in .DresdenOrganist an der Sophienkirche geworden war, bei dem„sehr geschickten Commissions-Rath und HofmathematikusWalz" fortgesetzt und „dabei noch die Algebra fleissiggeübt."
So hätte, wenn schon seine Schulzeit in jene Epocheder Thomasschule gefallen war, in der sich unter dem alt-gewordenen Rector .1. H. Ernesti eine gewisse Auflösungder Disciplin und inneren Ordnung eingeschleppt hatte,doch seine wissenschaftliche Bildung eine sorgfältige undgründliche sein müssen. Mindestens hat es ihm an derGelegenheit, solche zu erwerben, nicht gefehlt. Gleichzeitigwar er zum vollendeten Musiker herangereift, der seinerseits den Schülern seines Vaters Unterricht zu ertheilenvermochte. Unter Anderen gab er im Jahre 1730, alsoda er 20 Jahr alt war, an Nichelmann Ciavier-Unterricht 1 ), während dieser bei seinem Vater die Theorieder Musik studirte. Und dass dieser Unterricht kein ge-ringer gewesen sein kann, ist daraus ersichtlich, dassNichelmann später gleichzeitig mit Em. Bach in derKapelle Friedrich's des Grossen als Cembalist fun-giren konnte.
Seb. Bach's Liebe war vorzugsweise diesem seinemErstgebornen zugewendet, der, wie er glaubte, ihn selbstweit übertreffen würde. Er trennte sich nur ungern vonihm und nahm ihn, wenn er auf Reisen ging, mit sich.„Friedemann," pflegte er zu sagen, wenn es nach Dresdengehen sollte, wohin ihn die berühmte Oper unter Hasse'sLeitung und mit dem Wundergesange der Faustina zog
0 Marpurg's histor. krit. Beiträge. Bd. I. S. 433.