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2 (1868)
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einfachen Cantor der Thomasschule in persönlichen Ver-kehr zu treten. Wohl hätte dieser Sohn im Hinblick hier-auf sich gedrungen fühlen sollen, den Manen des Vatersin grossen Tonwerken sühnende Opfer zu bringen!

Aber was war ihm der Gedanke an den Vater, dener nur als Knabe gekannt, dessen Wirken und Strebener nie schätzen gelernt hatte! Leben wollte er und ge-messen. Und so schlürfte er in dem berauschendenTranke sinnlicher Lust das Vergessen seiner grossen Stel-lung und Aufgabe mit durstigen Zügen ein.

Sein Einkommen wurde auf 1500 Pfd. Sterling (gegen10,000 Rthlr.) geschätzt 1 ). Als er starb, hinterliess ergegen 30,000 Kthlr. Schulden. Er war mit Cecilia Grassi,einer seit 1767 bei der grossen Oper zu London sehr be-liebten Sängerin verheirathet. Nach seinem Tode gingdiese, durch eine Pension, welche die Königin ihr zahlenliess, vor Notli und Sorgen geschützt, nach Italien zurück 2 ).

Kinder hat Christian Bach nicht gehabt.

Rochlife sagt sehr treffend von ihm 3 ):So viel Ge-schmeidigkeit des Geistes, so viel Accommodation in denGenius des Säculums, so viel Unterjochung der tiefenTheorie unter die flüchtige Melodik der Zeit, hat wohlnoch niemand wie dieser Bach gehabt. Er scheint sichordentlich den Plan vorgesetzt zu haben, seinem Bruderin Hamburg zu beweisen, man könne gross sein und sichdoch nach dem geringfügigen Geiste des Volkes bequemen.Her Erfolg bewies, dass er Unrecht hatte, denn sein Geistlitt unter den Fesseln der Accommodation. Die hoheTheorie, die er aus den Rippen seines grossen Vaters an-zog, umgab er mit dem Silberflor des modernen Geschmacks, eine Riesin in Filet gehüllt. Er war Meister in allenmusikalischen Stylen. Buchstäblich war es wahr, was ein

!) Mus. Almanacli. 1783. S. 142.

2 ) Hilgenfeld, J. S. Bach. S. 14.

8 ) Allg. Leipz. Mus.-Zeit., Jahrg. 8. S. 811.