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2 (1868)
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bis zu den Grenzen des hohen Greisenalters ab, ein Leben,dessen phantasiereiche innere Bewegung, dessen genialesWirken und Schaffen von keiner romantischen Begebenheit,von keinem Einflüsse dramatischen Charakters zu einer,äusserliche Interessen erregenden Erscheinung gestaltet wor-den ist. Em. Bach, der Künstler und Mensch, lebte in demruhigen Gleichmaass, das den Weisen von dem Drängenund Treiben der fortwirbelnden Strömungen des Tagesabschliesst, ein Leben voller Ehrenhaftigkeit, voller Thätig-keit, Arbeit und mühevollem Fleiss, aber auch reich anEhren, an Befriedigung und am Gelingen seines Tagewerks.

Was seinem Andenken einen besonders ehrendenSchimmer verleiht, ist die Pietät, mit der er, abweichendvon seinem Verfahren hinsichtlich der Kunst der Fuge(siehe Tli.I. S. 171 ff.), die Traditionen der Familie, der er ent-sprossen war, ehrte und zusammenhielt. Das Alt-BachischeArchiv, zur Zeit in Berlin, giebt davon Zeugniss. Wiewäre man jezt im Stande, den Kiinstlergeist der VorfahrenEmanuel's wie Sebastian Bach's mit so bestimmterCharakteristik zu erkennen, hätte er deren Arbeiten nichtgesammelt, deren Bildnisse aufbewahrt, deren Lebens-umstände aufgezeichnet.

Dass er überhaupt ein Mann von allgemeinerer Auf-fassung der Kunst war, stellt sein gesammtes Leben, wieman es vor sich sieht, dar. Welches Interesse er für dieKünstler seiner eignen Lebensperiode hatte, zeigte unssein Nachlass, in welchem sich eine Sammlung von 376

Süsser Trug! Ein mächtger SaitenspielerHat durch Zaubertöne mich bethört.Ha, nun kenn' ich Dich, Apollo's Schüler,Seines Lobes werth!

Der nicht süsse Reizung bloss den Ohren,Auch im Herzen wärmern Schlag erregt,Wenn, im Wonnetaumel selbst verloren,Er die Saiten schlägt.