Sind diese Urtheile schon überzeugend genug, so trittihnen das Zeugniss eines jüngeren Zeitgenossen hinzu, dasjene alle weithin überwiegt.
Mozart hatte Em. Bach einige Jahre vor seinemTode in Hamburg besucht und ihn auch auf seinem Silber-mann'sehen Instrumente phantasiren hören.
Als er bald darauf nach Leipzig kam, fragte ihnDoles über Bach's Spiel und Mozart antwortete ihm: „Erist der Vater; wir sind die Buben. Wer von uns wasRechts kann, hat von ihm gelernt; und wer das nicht ein-gesteht, ist ein Lump. Mit dem, was er macht, kämen wirjetzt schwerlich aus. Aber wie er's macht, — da stehtihm Keiner gleich. Mich hat er darum auch am liebstenauf der Orgel gehört, obschon ich langher wenig Uebungdarauf habe. Das war ihm recht; und da hat er micheinmal iiber's andere an sich gedrückt, dass ich hätteschreien mögen')."
Muss es nicht, wenn man diese übereinstimmendenSchilderungen dessen, was Bach auf dem Claviere lei-stete liest , ganz natürlich erscheinen, dass seine Spielartals eine verloren gegangene betrachtet werden muss unddass die Schüler, die er ausgebildet hat, die Kunst ihresMeisters fortzusetzen nicht im Stande waren? Es wareben die Technik einer Kunst, die das folgende Zeitalternicht mehr kannte, aus der sich aber durch Bach's genialeMitwirkung in Lehre und Oomposition die moderne Spiel-art festgestellt hat, die Schule Seb. Bach's, theoretischdargestellt von seinem Sohne Emanuel 2 ).
So spann sich dies lange und glänzende Künstlerleben
J) Rochlitz, Fiir Freunde der Tonkunst. Bd. ±. S. 308.2 ) Neue Miscellanea, historischen, politischen und moralischenInhalts. 7. Stck. Leipzig 1779.
Hört Ihr nicht der goldnen Töne Schwirren?
Ha! dies sind der Musen Melodeyn.
Zwischen Lorbeern glaubt ich hinzuirren,
Durch den heiigen llain.