konnte Bach an Professor Oeser in Leipzig über ihn Fol-gendes berichten 1 ):
„Hamburg, d. 11. Aug. 77.
„Lieber, liebster Freund und verehrungswürdiger HerrProfessor, ist Alles wahr, was man Ihnen von meinem ar-men Hans erzählt hat. Doch gottlob! jetzt (so schreibtman) ist meist alles Vorbey und er hat an seiner Gesund-heit nichts verlohren. Ich kann Ihnen unser Wehklagennicht genug beschreiben, als wir eine ausführliche Nach-richt von seinen Umständen kriegten. Sie war so, dasses einen Stein in der Erde erbarmen musste. DenkenSie, in 5 Monaten 3 der erschrecklichsten Operationen aufTod und Leben. Mein Medicus hier, der seine gute Seelekannte, weinte wie ein Kind und staunte darüber, was erausgestanden hat. Selbst in Rom schreibt man seine Ge-nesung, nächst Gott, lediglich seiner eisernen Natur, seinemgesunden Blute und seiner Folgsamkeit bey. Der ehrlicheRiefenstein hat wie ein Vater an ihm gehandelt. DasSchlimmste für sein Studium sind 5 verlolirne Monate,und für meinen Beutel bezahlte 30 Ducaten und für dieseverlohrenc 5 Monate a part Pension. Ich danke nebst denMeinigen von Herzen für das bezeigte Mitleiden. Gotterhalte Sie nebst den geehrten Ihrigen. Nebst 1000 Corn-plimentcn beharre ich auf ewig und von Herzen
ganz der Ihrige Bach.
An den Herrn Professor Oeser in Leipzig."
Doch scheint die Besserung keine nachhaltige gewesenzu sein. Er starb im folgenden Jahre (1778) zu Rom. Esexistirt von ihm ein in Kupfer gestochnes Portrait aus derZeit seiner jugendlichen Studien zu Leipzig. Der Verlustdieses talentvollen und vortrefflichen Sohnes, von dem sichin Em. Bach's Nachlass eine grosse Menge von Zeich-nungen und Studien vorgefunden haben, die später zum
0 Original in den Händen des Herrn Direct. Knaukling inDresden.