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2 (1868)
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den besten Wünschen und vollkommener HochachtungEw. Hochedelgeb. ergebenster Diener Bach."

Hamburg, den 29. Nov. 1774.

So darf bis auf weiteren Nachweis wohl angenom-men werden, dass jene ungünstigen Charakterzüge, dieReichardt über den von ihm einst so hochverehrtenTodten drucken liess, ihm in Wahrheit nicht eigen ge-wesen waren.

Alles, was sonst von ihm bekannt geworden, vereinigtsich, E manu dl Bach als eine durchaus ehren werthe,liebenswürdige, heitere, der Kunst ergebene und derFreundschaft offene Natur darzustellen.

Nur einmal ist er mit einer kritischen Besprechungvon Arbeiten seiner Zeitgenossen vor die Oeffentlichkeitgetreten. Es war dies im Jahre 1788, seinem letztenLebensjahre, bei Gelegenheit des Erscheinens des erstenBandes von Forkel's Allgemeiner Geschichte derMusik (bei Schwickert in Leipzig). Forkel, obwohlbedeutend jünger, war mit ihm, sowie mit seinem BruderFriedemann auf das innigste befreundet, ein tiefer undaufrichtiger Verehrer Sebastian Bach's, und ein Mann,dem Emanuel in Bezug auf den Vertrieb seiner Werkevielen Dank schuldete. Dies mag den greisen Künstlerbewogen haben, mit der vor Alter zitternden Hand zurFeder zu greifen und das Werk seines Freundes miteinigen warm empfehlenden Worten in die Oeffentlichkeiteinzuführen.

Endlich erscheint liier der erste Theil der von allen Freundender Tonkunst so sehr erwarteten Geschichte der Musik des HerrnDoctor Forkel, der mit so viel Einsicht, Fleiss und Belesenheit aus-gearbeitet ist, dass nicht nur jeder Musikliebhaber, sondern auchjeder Freund von Aufklärung in den menschlichen Kenntnissen diesesWerk mit dem grössten Vergnügen lesen, und die Fortsetzung mitUngeduld erwarten wird. Es ist in diesem ersten Tlieile die Ge-schichte der Musik bei den Egyptiern, Hebräern, Griechen und Hö-rnern abgehandelt. Eine vorhergehende Einleitung enthält auf 68

!) Hamb. Unparth. Corr. 1788. No. 6 vom 9. Januar.