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sei oder in Unfrieden und Feindschaft gelebt habe. Wohlaber weiss man, dass er zu vielen derselben in den freund-schaftlichsten Beziehungen gestanden bat. Wie herzlichsein Verhältniss zu dem 35 Jahre jüngeren Forkel war(von Fasch, Marpurg, Kirnherger, Klopstock u. A.zu schweigen), ergiebt sich aus der mit ihm geführtenCorrespondenz zur Genüge. Hier haben offenbar nur aul-richtige Gegenseitigkeit und Freundschaft, nicht Eigennutzdie Feder geführt.
Ueber die Art, wie er über den ihm dem äusserenLebensgange nach fernstehenden Händel geurtheilt habe,findet sich nirgends die leiseste Andeutung. Kann diesals ein Zeichen von Geringschätzung betrachtet werden?Mit Hasse stand er in freundschaftlichem Briefwechsel.Er konnte unter Umständen über die Arbeiten seiner Zeit-genossen allerdings ein bestimmtes Urtheil haben, wie dernachfolgende Brief an Decker beweist 1 ):
„Hochedelgeborner, Hochgeehrtester Herr, für Derosehr angenehmes Präsent danke ich Ihnen ganz ergebenstund ich werde mir ein besonderes Vergnügen darausmachen, dieses respectable und vortreffliche Werk, so vielwie möglich, zu recommandiren. Hätten Ew. Hochedelgeb.gleich anfangs mich wegen dieser Sammlung um Rathgefragt, so würde ich es Ihnen widerrathen haben. Esist ein Werk für Kenner und Lehrbegierige, diese habenselten 20 Thlr. an ein Werk zu wenden. Die Koten-schreiber haben sich bis hierher beynahe krumm und lähmschon an diesen Sachen geschrieben. Es ist ein Werkdes Geschmackes; wie oft verändert sich dieser in derMusik, wie verderbt ist er nicht schon jetzt! Alles mussnärrisch und komisch seyn. Graun und Hasse sindnicht mehr mode, so spricht der Unverstand um Sic, dadie Worte italienisch, so kann auswärts etwas debitirtwerden. Auch hier ist nichts zu thun. Ich beharre mit
0 Orig. im Archive der Deeker'schen Verlagshandlnng.