sehen Magazins der Musik erwähnten wir eines Sudlers,der in das zu London herausgekommene European Maga-zine ein Denkmal seiner Ignoranz und Losheit, betreffendBach und Haydn, hat einrücken lassen. Hier folgt dieeigene Erklärung unseres würdigen Herrn Kapellmeistersselbst darüber.
„Meine Denkungsart und Geschäfte haben mirnie erlaubt, wider jemanden zu schreiben: um so vielmehr erstaune ich über eine kürzlich in England inThe European Magazine eingerückte Stelle, worin ichauf eine lügenhafte, grobe und schmähende Art be-schuldigt werde, wider den braven Herrn Haydn ge-schrieben zu haben. Nach meinen IN achrichten vonWien, und selbst von Personen aus der Esterhazi-sehen Kapelle, welche zu mir gekommen sind, mussich glauben, dass dieser würdige Mann, dessen Arbeitenmir noch immer sehr viel Vergnügen machen, ebenso gewiss mein Freund sei, wie ich der seinige. Nachmeinem Grundsatze hat jeder Meister seinen wahrenbestimmten Werth. Lob und Tadel können hierinnichts ändern. Bios das Werk lobt und tadelt ambesten den Meister, und ich lasse daher jederman inseinem Werth.
Hamburg, den 14. Sept. 1783.
G. Ph. E. Bach."Wenn hier der 71jährige Greis unter Zurückweisungjener Anschuldigungen mit Bestimmtheit ausspricht, „dassder brave Haydn, dieser würdige Mann, wie erglaube, ebensowohl sein Freund sei, wie er der seinige,"so wird es wohl auch mit der allgemeinen AnschuldigungReichardt's nicht viel mehr auf sich gehabt haben, selbstwenn Bach, was ihm jedenfalls zustand, eines oder dasandere Tonstück seiner Zeitgenossen weniger günstig be-urtheilt haben sollte, als man es verlangt oder erwartethatte. Es findet sich nirgends eine Spur davon, dass ermit irgend einem seiner Zeitgenossen in Streit gerathen