machte Vorwurf, mag auch die Behauptung der Ungerech-tigkeit gegen andere Tonsetzer gewesen sein.
Der 2. Jahrgang des Magazins für Musik (1784 S. 588 )hatte nämlich aus dein zu London erschienenen EuropeanMagazine die Uebersetzung eines Artikels über Ilaydngebracht, in welchem folgende Stelle vorkam: „Unter derZahl von Künstlern, die gegen unsern sich erhebendenVerfasser (J.Haydn) schrieben, befand sich C.Ph. Em.Bachin Hamburg (ehedem in Berlin); allein die einzige Ahn-dung, die sich Ilaydn gegen dessen Hohnneckereien er-laubte, war die: musikalische Lectionen bekannt zumachen zur Nachahmung der verschiedenen Schreibartenseiner Feinde, in denen er ihre Sonderbarkeiten so genaucopirte, und ihre fremden Passagen, besonders des Ham-burgischen Bach's seine, durch Nachäffung burleskirte,dass sie alle das stechende seines Witzes fühlten, der Wahr-heit die Ehre gaben und zum Stillschweigen gebrachtwurden. Diese Anekdote wird Aufscliluss über eine Anzahlseltsamer Passagen geben, welche hie und da durch ver-schiedene Sonaten verstreut sind. Unter anderen befindensich solche in der 6. Sonate für Pianoforte oder Flügel,Op. 113 u. 14, die ausdrücklich coiuponirt sind, um den Ham-burger Bach lächerlich zu machen. Niemand kann den
2. Theil der 2. Sonate in Op. 13 durchspielen, noch die ganze
3. Sonate in demselben Werk, und dabei glauben, Haydnhabe im Ernst aus eignem natürlichem Genie so geschrieben,seine keuschen und originalen Gedanken so dem Papieranvertraut. Vielmehr: Bach's Styl ist darin nachcopirt.Diese Passagen, in denen jene grillenhafte Manier, tolleSprünge, närrische Modulationen und sehr oftmals kindischeWendungen, verbunden mit Affectation einer tiefen Wissen-schaft, sehr fein durchgehechelt sind, müssten denn etwagar aus ihm gestohlen sein."
Man sieht, der Angriff war plump genug. Es würdeeben nicht sehr zu Haydn's Ehre gereicht haben, wenner auf diese Weise den Mann hätte verhöhnen wollen, von