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glauben möchte, hier habe eifersüchtige Verkleinerungs-sucht auf seiner Seite keine Stätte finden können.
Was Schulz betrifft, so weiss man, dass Bach sichin seiner Jugend für ihn interessirt und ihn aufgemunterthatte, die Gründlichkeit des Satzes und der Harmonie mitder Gefälligkeit der Melodie zu verbinden. Auch findetman seinen Namen unter den Pränumeranten zu Schulz'sreligiösen Liedern, „eine Ehre, die der grosse Mann wahr-scheinlich keinem zweiten Tonsetzer mehr erwiesen hat')."Schulz selbst erzählt 2 ): „Ich ward nun dreist genug, inmeinem 14. Jahre (1763) heimlich an Bach nach Berlin zuschreiben, und ihn um die Anwendung und Ausnahmen ge-wisser musikalischer Lehrsätze zu befragen, worüber ichvon Schmügel (seinem damaligen Lehrer) nach meinerMeinung keine befriedigende Auskunft erhalten hatte. Dieherablassende, gütige und präcise Auskunft dieses grossenMannes brachte mich vor Freuden ausser mir" etc. Fernersagt Schulz: „Da ich bei Graun (1765) keinen Unter-richt haben konnte, ging ich nicht wieder zu ihm, sondernbearbeitete ein fugirtes Trio für 2 Violinen und Bass, undging damit grade zu Bach. Dieser grosse Mann gab sichdie Mühe, die Partitur mit Aufmerksamkeit durchzusehenund mich dabei genau zu examiniren. Die Folge davonwar, dass ich auf seine Empfehlung in Kirnberger'sUnterricht kam."
Schulz hat seine Selbst-Biographie in späteren Jahrenaufgesetzt. Klingt dies nun wohl danach, als ob Bach,der inzwischen längst verstorben war, gegen ihn unfreund-liche Gesinnungen gehegt oder gezeigt habe? Dass Schulznicht überall so hoch geschätzt wurde, als er es verdienthat, war in jedem Falle nicht die Schuld Em. Bach's.
Sein Verhältniss zu J. Haydn ist dagegen völlig klar.Ebenso unbegründet, wie der ihm in dieser Beziehung ge-
' 1 Allg. Leipz. Mus.-Z. Jahrg. 28. S. 279. 80.
2 ) v. Ledebur. Berliner Tonkiinstler-Lexicou. S. 229.80.