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dass diese Psalmen um so viel mehr Nutzen stiften werden, weil ihrgöttlicher Inhalt so voller Majestät ist, dass dahin nichts reicht, wasnoch je von den grössten Dichtern in dieser Art geschrieben wordenist. Ich bin nicht im Stande von der Uebersetzung dieser Psalmen,der Arbeit eines unsrer grössten Gottesgelehrten, ein solches Urtheilzu füllen, wie sie es verdienen: es würden auch alle meine Lobsprüchehierüber sehr überflüssig seyn. Ich berufe mich bloss auf dasjenige,was ich bey Verfertigung dieser Melodieeu empfunden habe. Ausdieser Ursach hätten meine Freunde das grösste Hecht, etwas ganzvollkommenes von mir zu erwarten. Ich uiuss auch bekennen, ohnevon der Grösse meiner Kräffe zu sehr eingenommen zu seyn, dassdiese Psalmen bey einer weitläufigen Ausarbeitung ungleich mehrgewonnen haben würden, als jetzt, da ich ihnen bloss kurze Melo-dien zum Singen bey dem Clavierc für Liebhaber, die in der Aus-führung noch nicht stark sind, angemessen habe. Wer indessen denZwang kennt, welcher bey Melodieen zu mehr als einer Strophe un-vermeidlich ist: wem ferner bekannt ist, wie sehr dieses wegen derModulation so kurze und eingeschränkte Feld bereits bearbeitet wor-den: der wird nicht zu viel verlangen, sondern mich vielmehr, wie ichhoffe, mit seiner Zufriedenheit über diese meine Arbeit beehren. Ichhabe bloss diejenigen Psalmen gewählt, welche sich noch auf unsrejetzigen Zeiten schicken und zur allgemeinen Erbauung dienen. Ausser-dem habe ich auch diejenigen weglassen müssen, welche im Textmehr als ein Metrum haben, welche zum Singen zu lang sind, welchewegen der allzuoft vorkommenden Verschiedenheit ihres Inhalts eineweitläufigere Ausführung erfordern, und welche mit vielen Chörenabwechseln, damit ich den Liebhabern kein zu grosses und folglichzu kostspieliges Werk liefer n möge. In ein Paar Psalmen ist die An-zahl der Silben nicht immer in allen Stimmen gleich: ein etwas auf-merksamer Ausführer wird alsdann gar leicht in demselben Tone ent-weder eine Note hinzusetzen oder abkürzen. Bey der grossen Anzahlder Lob-Psalmen und ihres majestätischen Inhalts habe ich auf eineVerschiedenheit des Ausdrucks denken müssen, um nicht immereinerley Gedanken hervorzubringen; einigen meiner Freunde zu ge-fallen habe ich gewissen Psalmen Choralmelodien gegeben: zuweilenhabe ich auch in gebundener Arbeit und in der Ausweichung derModulation etwas gewagt. Alle diese Umstände geben dieser Samm-lung etwas mehr Veränderungen, als man in meinen Gellert'schenLiedern antrifft, und ich hoffe dadurch von dem Beyfalle meinerFreunde nichts verloren zu haben.
Möchten doch diese Melodien so viel Erbauung und Vergnügenerwecken, als ich bey ihrer Ausarbeitung zum Zwecke gehabt undgewünscht habe.
Hamburg, im März Monathe 1774.
C. Ph. E. Bach,