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2 (1868)
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reichte er, was der Vater nicht zu erreichen vermochthatte, die Gunst und Bewunderung der grossen Menge.

Von den Traditionen seiner Schule sich ganz zu lösen,dazu fehlte es ihm an eigner Initiative. Sie traten in allenPerioden seines langen Lebens bei ihm immer wieder inden Vordergrund. Ebenso fehlte ihm für die Oratorien-Musik jene schöpferische Erfindungskraft, vermöge derener seinen Gebilden die der veränderten Zeit und den neuenAnschauungsweisen der Kunst entsprechenden neuen For-men und ein ursprüngliches Colorit hätte geben können.

Die Bedeutung, welche Em. Bach in der Kunst-geschichte erlangt hat, fordert nichtsdestoweniger, dassauch seine Oratorien, wenngleich sie nicht überall denStempel höchster und dauernder Vollendung an sich tragen,mit Aufmerksamkeit betrachtet werden. In jedem Falleist in der vorliegenden Arbeit gegendie Israeliten inder Wüste" ein bedeutungsvoller Fortschritt zu erkennen.

Das Oratorium fängt mit einem accompagnirten Reci-tativ No. 1Du Göttlicher" (Molto Adagio, Es-dur %,Streich-Quartett) an. Ueber den pianissimo auf dem tiefenB ruhenden Violinen beginnt ein sanft bewegter melo-discher Gang der Bratschen und Bässe. Nach dem 4. Takteübernehmen die Violinen die Melodie. Das Orchester be-wegt sich in wehmüthiger Stimmung bis zum Schlüsse desEinleitungssatzes fort. Das darauf eintretende Rccitativzeichnet sich durch eine edle elegische Färbung aus,welche der Orchester-Einleitung entspricht und für denfolgenden Chor No. 2, Andantino D-moll %, 2 Horner,2 Flöten, 2 Oboen, Quartett) in die geeignete Grund-stimmung überführt. In diesem ziemlich ausgedehntenChorsatze zeigt sich der ganze Umfang der Verschieden-heiten, in denen die Eigenthümlichkeit Bach's von derstrengen Schule seines Vaters und der Vorgänger undZeitgenossen desselben, selbst von dem immer noch denTraditionen der älteren Zeit sich anschliessenden Style der