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Die Passions-Cantate.
Der Titel der in der K. Bibliothek zu Berlin befind-lichen Partitur dieses grossen Tonwerks lautet: „Passions-Cantate von mir Carl Philipp Emanuel Bach Anno1769 in Hauiburg in Musik gesetzt."
Die Partitur-Abschrift ist schön und deutlich geschrie-ben. In ihr finden sich von der zitternden Handschriftdes Verfassers aus den letzten Jahren seines Lebens ver-schiedene Correcturen und zwei Einlagen. Auf dem Titel-blatte befindet sich folgende Anmerkung, deren Styl Ema-nuel Bach als Verfasser unschwer erkennen lässt:
„Diese Partitur ist zwar nicht von der Handschriftdes Autors, denn von dieser Cantate in dieser Einrichtungexistirt kein Original, weil, der Autor hernach vieles ge-ändert hat; sie ist aber so correct wie möglich, und ganzgewiss correeter, als alle übrigen Exemplare, weil sie derBesitzer, nehmlich der Autor, sehr oft durchgesehen hat."Es war dies also Em. Bach's eignes Exemplar gewesen.
Aus dem Hachlass-Kataloge (S. 59) geht hervor, dassdiese Passions-Cantate in der vorliegenden Form nicht indem oben angegebenen Jahre 1769 entstanden, sonderndass sie aus der von Em. Bach in den Jahren 1768'—69componirten Passions-Musik „nach Weglassung desEvangelisten und verschiedener gemachten Ver-änderungen" im Jahre 1770 hervorgegangen ist 1 ).
Ueber den Verbleib jener Passions-Musik und derenAbweichungen von dieser Cantate verlautet nichts. Diesist, da die letztere jedenfalls den bedeutendsten WerkenBach's angehört, zu bedauern.
Das Textbuch (siehe Anhang II.) ist von der Kar-schi n und von dem bereits früher genannten Ebeling,
i) Dies wird durch den Hamb. Corresp. 1773. No. 33. bestätigt,und dabei noch besonders bemerkt, dass die Recitative „durch einenverdienten dortigen Gelehrten" nachträglich gefertigt worden seien.