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2 (1868)
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wodurch in jedem Falle nur ein äusseres Correctiv ge-schaffen wurde.

Auffallend ist in diesem Oratorio die gänzliche Besei-tigung des polyphonen Styls. Nicht das geringste Zeichendarin erinnert daran, dass Em. Bach aus der alten Orga-nisten-Schule hervorgegangen war.

Ebenso bemerkbar ist die veränderte Orchester-Benutzung, welche mit Ausnahme der Arie des Mosesim ersten Theile und der Violin-Passagen in den ChörenNo. 1, 6 und 11 nur in Begleitungsformen oder als Ver-stärkung der Singstimmen auftritt. Die spätere Zeit istvon dieser Neuerung wieder abgegangen und hat auf dieGrundsätze der älteren Schule zurückgegriffen. Bach selbstBat in seinen beiden folgenden Oratorien diesen Wegnicht mit der Ausschliesslichkeit verfolgt, in der man ihnhier beschritten sieht.

Fünf Jahre nach der Composition der Israeliten fander sich veranlasst, die Partitur unter lebhafter Theilnahmeseines Freundes Klopstock im Stich herauszugeben 1 ).

Im Jahre 1774 hatte Rcichardt während seines Be-suches bei Bachdie Israeliten" kennen gelernt und darineinen so angenehmen und fliessenden Gesang ge-funden, wie ihn Keiser und Graun nur jemals ge-kannt hatten." Er war erstaunt,dass dieser grosseMann sich so sehr von seiner gewöhnlichen Höhehabe herablassen und einen leichten, uns armenErdensöhnen so fasslichen Gesang habe singenkönnen 2 )." Er nennt dieses Oratoriumein solchesMeisterstück, welches alle Einwürfe der bos-haften oder unwissenden Neider Bach's zu Bodens-chlage."

1) Hamb. Unparth. Corresp. 1774. Mittwoch 14. September No. 147.Desgl. von 1775. No. 79.

2) Briefe eines aufmerksamen Reisenden. Th. II. P. 14.

Bitter, Emanuel und Friedemann Bacli. II. 2