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2 (1868)
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bricht der Schrei verzweifelnder Sorge in der frappantenModulation von As nach F-moll für einen Augenblick her-vor, um mit dem nächsten Takt wieder in den Ton derKlage zurückzufallen. Beide Sätze erscheinen zweimal,bis die Klage leise erstirbt.

Das hoffnungslos schmachtende Elend des Volkes stehtdem höchsten Gipfel der Notli nahe. Sein Muth ist ge-brochen, seine zähe Energie zerstört. Unter der trocknenGluth der Wüste erstirbt seine Lebenskraft.

Eine polyphone Behandlung des Chorsatzes hat nichtstatt gefunden, kommt überhaupt in dem ganzen Oratorionirgends vor. Das Orchester bildet im Wesentlichen nureine Verstärkung des homophonen Ganges der Gesangs-stimmen. Das melodisch-rhythmische Element, dem sichBach überhaupt so sehr zuneigte, ist vorherrschend. Da-gegen ist die Charakterisirung der Situation meisterhaft,die Declamation der Worte in allen Stimmen sprechend,der Ausdruck rührend, für den orientalischen Charakter,der hier dargestellt werden soll, vielleicht etwas zu deutschgehalten.

No. 2. Einem kurzen Rccitativ mit ausdrucksvollerDeclamation folgt eine Arie der ersten Israelitin (Es-dur3 Allcgro, Quartett).Will er, dass sein Volk ver-derbe?" deren erster Satz lebhaft, feurig, in gedrungenemStyl gesetzt, der Form der damaligen Zeit entsprechendgebaut ist. Der Mittelsatz (Andante, C-dur Vi) bildet nur