Druckschrift 
2 (1868)
Seite
5
Einzelbild herunterladen
 

Ueber den Verbleib der Original-Partitur ist nichtsbekannt. Das im Besitz der K. Bibliothek zu Berlin be-findliche Exemplar der (1775 im Selbstverlage Bach's ge-druckten) Partitur war einst im Besitze der Gattin Klop-stock's gewesen, von der es Pölchau erhalten hat. Esmag wohl ein Geschenk Bach's an die Frau seines Freundesgewesen sein, die, wie es scheint, Sängerin war. Mindestensfinden sich, offenbar für sie geschrieben, in die S. 21 und94 befindlichen Arien der zweiten Israelitin von Bach'sHand Veränderungen eingetragen, welche auf einen nichtgeringen Grad von Coloraturfertigkeit scliliessen lassen.Dieser an sich unerhebliche Umstand bezeugt, dass der Par-titur-Abdruck selbst als zuverlässig betrachtet werden darf.

Das Werk beginnt mit einer kurzen Instrumental-Ein-leitung (C-uioll, Allabreve, Adagio, 2 Flöten, Streich-Quartett). Klagende abgerissene Gänge der gedämpftenStreich-Instrumente, zuerst über den langgehaltenen Tönender Bässe,

die vom 7. Takte in eine ernste Gegenbewegung zu denOberstimmen übergehen, steigern sich mehr und mehr zuschmerzlicher Erregung.

Der Chor beginnt in kurzen, wie aus äusserster Er-schöpfung hervorgehenden, hie und da abgebrochenenSätzen im leisesten Pianissimo:Die Zunge klebt amdürren Gaumen."

Bei der Wendung des Textes:Gott! Du erhörstdes Jammers Klage nicht,"

ior>