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stets von clen dem Texte zu Grunde liegenden Motivenund ihrer dichterischen Ausnutzung abhängig sein wird.In jedem Falle wird zugegeben werden müssen, dass eineauf den Concertsaal beschränkte oratorische Musik durchein gewisses Maass von Gegensätzen getragen werdenmüsse, und dass, wenn durch diese ein dramatisches Ele-ment in die Musik gebracht wird, dies für die künstlerischeWirkung und Eindrucksfähigkeit des Ganzen nur vonVortheil sein könne.
Es beruht grade hierin der innere Unterschied zwischender Cantate und dem Oratorium, dessen mehr in dasdramatische Element übergreifende Gestalt die blosseLyrik des Cantatcnstyls und der Gantatenform zit einemgrösseren Organismus erhebt. Dies hat sich bei der Mehr-zahl der Händel'schen Oratorien bewährt.
Fasst man mit Bezug auf die obigen Regeln das GedichtSehiebler's in's Auge, vergleicht man, was darin gegebenist mit dem grossen Reichthum an Begebenheiten imWüstenzuge der Juden, die in den heiligen Büchern dar-gestellt das Gepräge musikalischer Bedeutung und Gestal-tungsfähigkeit in sich tragen, so muss man zunächst aner-kennen, dass ihm in den wenigen Personen, welche seineTräger sind, Moses (Bass), Aaron (Tenor), zwei Israelitinnen(1. u. 2. Sopran), ein so geringer Reichthum an Characterenund Nüancirungen gegeben ist, wie dies nur irgend möglichwar. Aaron ist eine völlig - nichtssagende Figur. DieIsraelitinnen scheinen nur der von ihnen zu singenden Arienwegen in das Gedicht eingeflochten zu sein. Sie könnenebensowenig als Repräsentanten des Judenthums in Allge-meinen, als der die Wüste durchziehenden Juden insbe-sondere betrachtet werden. Das Personen-Interesse wirdlediglich auf Moses concentrirt, und dieser als der Trägerdes Ganzen mit der Aufgabe belastet, die Aufmerksamkeitund Spannung des zuhörenden Publikums rege zu erhalten.So lange er nun dem verschmachtenden, unzufriedenen, im
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