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3 (1893) Vom Jahre 1879-1893
Entstehung
Seite
274
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besuchte uns mein Schwager mit seiner Familie. Daswaren Tage der Erholung in Wald und Feld für Jungund Alt. Wer beständig auf dem Lande lebt, weiß kaumdie Freude der Städter zu fühlen, wenn es auf einigeWochen in die freie Gottesnatur hinausgehen soll, um dortdie herrlichen Sommcrtage im trauten Kreise der Ver-wandten und Freunde zu verleben.

In den letzteren Jahren, als die Familie zahlreicherund die Unterbringung derselben hier schwieriger wurde,war es uns doch stets eine große Freude, wenn auch nichtalle, so doch einen Theil unserer lieben Verwandten ansBarmen hier zu sehen.

Möge der liebe Gott sie reichlich segnen in Zeit undEwigkeit!

Am 1. October dieses Jahres verließ meine SchwesterWilhelmine ihre bisherige Stellung im Modewarengeschäftder Frau Hogrcve in Hannover, um eine selbststäudigercStellung im Pntzgeschäft des Herrn Hörle in Hameln zuübernehmen. So gern sie auch in diesem Geschäfte thätigwar, so hat sie doch durch die oft übermäßige Anstrengungihre Gesundheit so geschädigt, daß sie nach einigen Jahrenin ein schweres Nervenfieber fiel. Dank der liebevollenPflege unserer an ihr Krankenbett geeiltcn Mutter und mitGottes gnädiger Hülfe gesundete sie wieder, aber einenervöse Schwäche ist bis heute ihr geblieben. Gott seiDank ist sie aber heiteren, fröhlichen Gemüths geblieben,und wir hoffen von Herzen, daß ihr Körper immer mehrerstarken wird.

Meines Großvaters Bruder Wilhelm, welcher inNordhausen wohnhaft ist, dessen mein Vater auch ans denvorigen Blättern gedacht hat, feierte am 2. Novemberdieses Jahres seine goldene Hochzeit. Meine Eltern konntennicht mit an dieser Feier thcilnehmen, so gern sie es auchgewünscht hätten. Aber mein Bater hat dem Jubelpaare,so viel ich mich noch erinnere, eine Hochzeitsgabe ge-sandt.