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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
263
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1877.

Bald nachdem Minchen abgereist,schrieb sie vonHannover,ob Emilie gewillt sei, für einige Zeit bei Fran Hogrevedie Haushaltung zu übernehmen, bis sich eine anderegeeignete Persönlichkeit dazu fände. Wir konnte» nichtsdagegen haben, da sie seit ihrer Lehrzeit in Imbshausenkeine Stellung angenommen hatte, um sich auch noch etwaspraktischer in der Hanswirthschaft auszubilden. Sie reistealso Mitte Januar dorthin, und hat zur großen Freudeihrer Schwester in dieser für sie nicht so leichten Stellungbis zum 1. Mai 1878 ansgchalten

Der milde Winter führte ein baldiges Frühjahr herbei.Nndolf kam in den Ostcrferien. Er war diesmal nicht mitin eine höhere Klasse versetzt. Musik- und Confirmanden-unterricht hatten ihn doch zurückgehalten, was für unsfreilich empfindlich, für ihn aber auch nicht angenehm war,doch mußten wir damit zufrieden sein.

Ohne besondere Ereignisse verlief der Frühling, derbisweilen recht kalte Tage hatte, so daß wir bis Pfingsteneinheizen mußten. Aber im Juli wurde es recht heiß, sodaß die Nörtener Schntzencompagnie, die in diesem Monateihr seit 16 Jahren nicht gefeiertes Schützenfest abhielt,tüchtig schwitzen mußte. Das acht Tage lange Vergnügenhatte ihnen ein hübsch Sümmchen gekostet, doch die Aussichtans eine gute Ernte ließ sie die Ausgabe verschmerzen, undmanch einer hatte auch wohl so seine Rechnung gemacht.

Aber Gott fügte es doch anders, er gab Nörten undeinigen dabei liegenden Dörfern gleich darauf einen Buß-tag, der freilich nicht im Kalender stand. Am 1. August,Mittags zwischen 12 und 1 Uhr, brach ein so furchtbaresHagelwetter über Nörten, Vishausen und Bühle aus, wiees die ältesten Leute nicht erlebt hatten, und der größteTheil der Ernte, besonders auch der Tabak, war zerstört.Auch in unserm Hause hatte das Wetter in den nach derWetterseite zu gelegenen Theilen an 50 Fensterscheiben zer-trümmert.