herbeigeführt. Die Wahl einer Gattin ist nach wichtiger,als die Wahl eines Berufs, und ein ernster Mann mußsich dies vor Gott und seinem eigenen Herzen überlegen.Das wirst Du gethan haben. Du hast Zeit dazu gehabt.Uns liegt es daran, unser Kind einem Manne zu übergeben,der ihr mit der vollen Liebe seines Herzens entgegenkommt,ihr als den schwächsten Theil die Ehre giebt, und ihreGebrechen zu tragen weiß. Vermögen können wir ihr nichtmitgeben, eine Ausstattung wohl, soweit es in unfernKräften steht. Von einer Anpreisung ihrer Eigenschaftenwill ich absehen; wir haben unsere Kinder, so viel an unswar, zu Gottesfurcht, Fleiß und Ordnung erzogen. Wennnun das, was ich hier geschrieben habe, kein Hinderniß fürDich ist, und Du auch die Einwilligung Deiner Elternerhalten hast, so wollen wir, weil wir unserseits und nach-dem wir auch Emilie auf ihr Herz und Gewissen gefragthaben, unsere elterliche Einwilligung zu einer festen Ver-lobung geben. Der barmherzige Golt aber, ohne dessenWillen nichts geschehen kann, wolle sei» Ja und Amendazu sprechen und seinen reichen Segen verleihen um Christiseines lieben Sohnes willen. Indem wir nun Deinenweitcrn Entschluß erwarten, grüßen wir Dich n. s. w.
Und er kam zum Weihnachtsfeste mit Minchen zu-sammen in einem Zuge, und da war fröhliche Christ-beschcrnng am heiligen Abend, wo wir wieder mit unser»Kindern beisammen waren. Aber am dritten Weihnachts-tage, wo wir vor 22 Jahren unsere Hochzeit feierten, dahielten Karl und Emilie ihre Verlobung. Da gab esfür die beiden fröhliche Tage und wir freuten uns mitihnen. Und als sie alle wieder abreisten, der eine hier, derandere dorthin, so war auch das alte Jahr mit seinemfröhlichen Schluß dahin, und wir waren durch GottesGnade in ein neues getreten. Lasse es Gott gesegnet sein!