II.
Das letzte Iatzr in Schönebeck
Die durch den deutsch-österreichischen Krieg Hervor-getreteue Gcldkrisis uud die durch die Unsicherheit derVerhältnisse eintretende Arbeitslosigkeit, das Darniederliegcndes Handels und die dem großen vaterländischen Interesse,wie auch nicht mehr als billig, zugewendete Wohlthätig-keit, sowie die bereits seit einigen Jahren eingetreteneSchlaffheit bei der Betheiligung an dem Werke der innernMission, welches an den verwahrlosten Kindern in demNettnngshause betrieben wurde, wirkten in dem ans denKrieg folgenden Jahre 1867 höchst fühlbar ans die Ver-hältnisse des Rettungshauses. Die Einnahmen waren sogering, daß wir auch bei größter Einschränkung die Aus-gaben nicht decken konnten. Der Vorsteher des Hanfes,Major von Nohr-Lcvetzvw, machte dem Hause zwar mehr-mals Vorschüsse, war aber durchaus nicht gewillt, dasselbeallein zu erhalten, da er und seine verstorbene Mutter fürGründung und Erhaltung des Hauses auch wirklich vielgethan hatten, gegen andere ihrer Standesgenossen undViele in der Prignitz, die die Nolh und das Elend derverwahrlosten Kinder wohl sahen, aber die Hände nochruhig in den Schoß legten. Denn nicht nur, daß dieMittel ausblieben, auch die Zahl der Zöglinge vermehrtesich nicht, da man hier in den ländlichen Wirtschaftenanch die durchtriebensten Taugenichtse als Hütejungen be-nutzte, und da sich hierfür das jährliche Contingcnt nichtgenügend vorfand, so waren sogar viele Bauern ans dasNcltnngshaus böse gesinnt, weil sie wähnten, wir nähmenihnen die Kinder weg und sie würden sich wohl vorsehen,dafür noch etwas zn geben. So hatten sich die Kinder bisans fünf vermindert, was wirklich bedenklich für den Fort-bestand des Hauses war. Nun wurden zwar von GemeindenKinder angeboten, als aber wegen des Geldpunltes mitihnen verhandelt wurde, zogen sie ihre Anträge zurück.Ein anderes Anerbieten wurde dem Vorstande vom Berliner
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