Dann kam das fröhliche Weihnachtsfcst, an welchem nnsercKinder, reichlich beschenkt, sich des lieben heiligen Christsfrencn konnten. Unserm Rudolf wurde noch die besondereFreude zu Theil, daß ihm sein Pathc, der Herr PastorBesser in Bnchholz, eine schone Bibel schenkte. Mit demschönen Shlvestcrgottesdienste, welcher Abends in der hell-erlenchtetcn Klosterkirche zu Marienstein gehalten wurde,konnten wir das Jahr beschließen. Ein kurzer Umriß,aber doch eine Zeit, da Gottes Erbarmnng und Gnadeviel an uns gethan. Gelobt sei seine Treue!
VII.
„Durch Krieg und große Schrecken,Die olle Welt bedecken."
Wer hätte mit dem Anfange des Jahres 1870 ahnenkönnen, welche großen Ereignisse sich in dem Verlaufe des-selben begeben wurde»? Friedlich verlief anch die eineHälfte desselben. In nnserm häuslichen Kreise verlief dieWinterzeit durch die Gnade Gottes ohne besondere Begeb-nisse. Gleich nach Neujahr erhielten wir ans Wittenbergeeinen Brief von nnserm Cousin Carl Koch, worin er unsseine Anstellung als Lehrer in Wittenberge meldete, worüberwir uns besonders freuten, da er, als wir noch in Schöne-beck wohnten, eine besondere Anhänglichkeit an uns bewiesen,auch oft seine Ferien bei uns verbracht hatte. Und anchdas war ja erfreulich, daß nun schon im dritten Gliede inder Koch'schcn Familie der Lehrerbcrnf fortgeerbt war.Es sind nnn in der Koch'schcn Familie bereits fünf, dieLehrer wurden.
Unser Minchen und zwei unserer Waisenkinder, welchenach Großenrode zur Pfarre gingen, hatten in diesemWinter, der weich und regnicht war, schwere Wege, abersie blieben doch gesund, und wir konnten anch bei derPrüfung vor dem General-Superintendenten Gerke in