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wir kamen recht ermüdet in Hardegsen an, erholten nnsetwas in einem Wirthshanse und besahen nns nachher dieErdarbeiten in dem Thal der Nieder?, wo die Bahn durch-gehen soll, und wo ungeheure Massen Erde zur Ausfüllungdurch eine provisorische Bahn von dem nahen Ertinghausenherbeigeschafft wurden. Dann gingen wir nach Ertinghausen,um den Tunnel zu besehen und wanderten dann, freilichim Regen, nach Hardegsen zurück, um helleres Wetter ab-zuwarten. Als der Regen endlich nachließ, brachen wirauf, erstiegen den Berg bei der Stadt und wandten unsgegen das Dorf Lutterhausen, wo die Bahnarbciten vonNortheim her ihre Fortsetzung hatten. Gegen Abend kamenwir ziemlich ermüdet nach Hanse. Es war aber dochinteressant, die Entstehung eines Bahnkörpers mit so überausschwierigen Terrainverhältnissen wenigstens auf einerkurzen Strecke mit anzusehen; nachher, wenn erst die Zügevorüberfahren, weiß man ja nichts mehr von den kolossalenArbeiten, welche hier bewältigt werden mußten, und manfährt mit aller Gemächlichkeit dahin, ohne daran zu denken,wie viel saure Mühe und wie viel Schweißtropfen es ge-kostet hat, um andern Menschen Vergnügen und Bequem-lichkeit zu verschaffen. Aber so ist der Lauf der neuenWelt! —
Eine starke Erkältung im August, wobei eine Hals-entzündung entstand, machte mich 14 Tage bettlägerig undüber acht Wochen zum Sprechen, also auch zur Schule,untauglich. Ich mußte, als ich wieder aufstehen konnte,eine Kur gebrauchen und Lippspringer Wasser trinken. Dabin ich denn alle Tage, vier Wochen lang, in die Rodegewandert mit meiner Wasserflasche. Mit Gottes Hülfewurde ich wieder gesund, so daß ich wieder vollständig,wenn auch mit Schonung, meine Arbeit thun konnte. Leidthat mir es aber doch, daß ich das am 15. September inMinstedt gefeierte 25jährige Jubiläum des Lindenhofs nichtmitfeiern konnte, zu dem fast alle auswärtigen Brüder ge-kommen waren, da ich ja von den Alten der dritte war,welcher im Neinstedter Brüderhanse aufgenommen wurde.