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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
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der da schlägt, heilt auch wieder. Er half uns auch inden schweren Tagen die Last tragen, die er uns auferlegt.

Inzwischen kam der Frühling, und am 15. April reisteunsere Emilie nach Imbshausen, um auf dem dortigenGute des Herrn Baron von Stralenheim die Wirthschaftzu lernen. Unser Herr Graf hatte ihr diese Stelle aus-gemacht, und wir waren damit zufrieden, weil wir wußten,daß sie es da gut hatte. Mutter brachte sie selbst dahin,und der Herr Graf war so gütig, sie beide hinfahren zulassen, denn Imbshausen liegt noch 1^/z Stunde hinterNortheim. Auch versprach mir der Herr Graf, das Lehr-geld für Emilie zu bezahlen, welches 40 Thaler betrug,und zwar deshalb, weil ich ihmdie Geschichte des Gräf-lichen Waisenhauses", woran ich seit einigen Jahren ge-arbeitet hatte, vor kurzem übergeben hatte. Er war überdies Geschenk sehr erfreut, da eine solche Zusammenstellungbis dahin nicht vorhanden war. Und ich freute mich auch,daß er mir mit dem Lehrgelde für Emilie zu Hülfe kam,weil es mir in meinen beschränkten Gcldverhältnissen sonstnicht möglich gewesen wäre, sie dorthin zu bringen.

Ostern 1875 wurde Rudolf nach Untertertia versetzt,nachdem er in dem letzten Vierteljahr noch Privatstundenim Griechischen und Lateinischen hatte nehmen müssen.Seine Leistungen waren überhaupt, nach seinen Censurenzu schließen, schwächer und ungenügender als sonst; dochwill ich dies mehr den erhöhten Anforderungen zuschreibenund seiner körperlichen Entwickelnng besonders, die ja oftin solchen Lebensperioden auch mit einer geistigen Schlaff-heit verbunden ist.

Unter den mancherlei Arbeiten, die das Frühjahr mitsich bringt, verging die Zeit schnell, und der Sommer kammit seiner längeren Ferienzeit, wo uns Minchen und Rudolfwieder besuchten. In dieser Zeit machte ich mit Rndolfund den Lehrern Linne aus Nörten, dessen Bruder inNortheim, und Voigt ans Lütgenrode eine Partie nach dembenachbarten Hardegsen, um die dortigen Eisenbahnbautenanzusehen. Es war ein recht schwüler Sommertag und