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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
257
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Da Rudolf bisher noch gar keinen Unterricht in derMusik gehabt hatte, so sahen wir uns genöthigt, ihm einKlavier anzuschaffen. Es bot sich uns eine billige Gelegen-heit dar, wir kaufte» eins und schickten's ihm nach Nord-Hausen. Da sich dort für ihn ein guter Musiklehrcr in derPerson des Schriftsetzers Haveland fand, so fing er seinenCursns an. Er scheint ja gute Fortschritte zu machen undhat auch Freude an der Musik. Freilich bekommen wirdadurch noch eine Ausgabe mehr und müssen uns mitunscrn geringen Mitteln noch mehr einschränken. Mögees dereinst nur gute Früchte bringen, was wir jetzt mitvieler Entbehrung und Sorge an ihn wenden.

Rudolfs und unseres Neffen Karl Kochs Besuch inden Herbstfericn, die Herbstarbcitcn, öftere Ausgänge, dieich wegen meiner Gesundheit besonders in den schönenKlosterwald bei der Rode inachen mußte, brachten gar baldden Winter heran und mit ihm das Stnbenleben, das wiealle Jahre mit dem Weihnachtsfeste einen erhöhten Glanz-punkt hatte, und auch diesmal wieder alle unsere Kinder inunsere Mitte führte.

Gesund und froh beschlossen wir das alte und fingenmit Gottes Hülfe das neue Jahr 1876 an. In derFastenzeit besuchte uns Rudolf, um sich sein Confir-mationszeug anmessen zu lassen. Da alle unsere Kinderin Großenrode confirmirt wurden, so wünschten wir diesauch bei Rudolf, und Herr Pastor Sachtleben, welcher ihmden Pfarrunterricht crlhcilt hatte, war auch damit einver-standen. Am 9. April war sein Confirmationstag. AuchEmilie war dazu von Imbshausen gekommen und wir be-gleiteten ihn nach Großenrode. Möge der Segen diesesTages ihn durch sein ganzes Leben begleiten, und der Herr,der so viel ihm erzeigt, ihn geleiten und zubereiten für Zeitund Ewigkeit.

Das Frühjahr war kalt und streng und fast bisPfingsten mußten wir einheizen. Am Freitag vor Pfingsten,als wir alles scheuern wollten, wurden wir durch unser»Schwager Koch ans Berlin mit seiner Tochter und einer