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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
250
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Aber wenn Dn mit dem Dich verbunden,

Der sicher durch's Leben uns führt,

Wenn Du diesen Freund hast gefunden,

Dem mit Recht dieser Name gebührt:

Dann nimm hin mit Liebe die Gabe,

Die wir Dir in Liebe gesandt;

Sic tröste Dich, stärke und labe,

Und verbinde mit Gott Deinen Stand,

Von Gott kommt doch aller Segen,

Ohn' ihn ist vergeblich Bcmühn.

Wirst Du mit Gott heut' den Grund legen,

So läßt er Dein Hans lange blühn, ^

Es war manches darin schnell in Erfüllung gegangennach Gottes nncrforschlichem Nathschlnsz, aber er hat seineweisen Absichten, mögen sie zu ihrem Heile gereichen; dennwo er nimmt, da will er geben, und wo er tödtet, weckter Lebe», und Ivo er schlügt, heilt er auch wieder.

Am 20. Dccember schrieb endlich auch SchwagerKoch voit der Glashütte, dessen lange erwarteten Brief wirmit Freuden begrüßten. Er schrieb, daß er und seine Franseit langen Jahren wohl zum ersten Male das Wcihnachts-fest allein verleben würden, da sämmtliche Kinder aus demHause wären, Karl, der älteste, würde am 1. Januar alsLehrer an der ersten Knabenbürgerschule nach Kiel versetzt.Agnes, die älteste Tochter, ist seit August bei ihrem Onkel,dem Schmiedemeister und Hauseigenthümcr Müller inBerlin, welcher Brnnnenstraße Nr. 105 wohnt, wo sie ihrerTante hilft. Mit ihr zusammen wohnt auch der jüngste,Rudolf, welcher seit dem 1. April d. I. das Joachims-thalsche Gymnasium besucht. Wilhelm, der Soldat, befindetsich in Frankreich, und Marie, mit unserm Minchen ingleichem Alter, lernt auf dem benachbarten Gute Schlabvrndie Wirthschaft. Sonst geht es ja noch erträglich, obwohler auch die allgemeine Schulmcisterklage wegen zu geringenGehalts erhebt er bekommt jetzt 200 Thalcr, wovon dieGemeinde 100 Thaler zu bezahlen hat, die aber erstzwangsweise bcigetrieben werden müssen. Ist es nicht einwahrer Hohn, der jedes Lehrcrherz erbittern muß?