lud uns dazu ein, wir konnten aber nicht abkommen undschickten ihnen zu ihrem Ehrentage eine schöne Bibel, wo-hineiu ich ihnen ein Gedicht geschrieben hatte. Indessenwaren sie aber verzogen und das Packet kam nach 8 Tagenwieder zurück. Ich mußte erst wieder schreiben und daraufantwortete mir Schwager Heinrich. Aber schon wiederbrachte auch dieser Brief keine guten Nachrichten. MeineSchwägerin war auch am Nervenfieber erkrankt und lagschwer darnieder, die Tochter noch recht schwach, und kurznach der Hochzeit war auch Lange erkrankt, und SchwagerHeinrich selbst von vielen Nachtwachen sehr angegriffen.Nun, Gott weiß, warum er ihnen so viel Kreuz auferlegt;möchte es ihnen zum Segen dienen, daß sie darin densuchen und finden, der sich erbietet ihr Vater, Helfer undHeiland zu sein. Diese Nachrichten gehen bis zum 1l.November.
Da ich nun einmal bei den Kochs bin, so erhielt ichauch einen Brief von Schwager Carl aus Lenzen am 20.November. Er arbeitet jetzt allein in seinem Geschäft, dadie Gesellen knapp und das Lohn thcner ist. Nun, wenner es durchsetzen kann, mag's wohl besser sein Aber wenndann solche Perioden eintrete», wo er sich den Fingerdurch einen Hieb beschädigte, dann liegt doch das ganzeGeschäft und das ist auch nicht gut. Er schrieb auch, daßseine Frau eine schlimme Hand habe und am Wcchselsiebcrdarnieder liege. Viel Sorge macht ihnen auch ihre TochterMarie, die nun 11 Jahre alt ist, die aber fast jede Nachteinwässert. Das ist eine böse Plage, wir hatten früherbei unsern Rettnngshauskindern auch viel damit zu thnn.
Ein fleißiger Bricfschrcibcr ist aber Wilhelm Koch,der zweite Sohn meines Schwagers Fritz. Er wurdeSoldat, kam nach Nenrnppin und steht jetzt in Frankreichbei derOccupations-Armee und wird wahrscheinlich da auch solange bleiben, bis die Herren Franzosen den letzten ThalerKriegsstencr bezahlt haben. Er hat seinen ersten Briefvon dort ans Etain geschrieben, wonach es ihm ganz gutgefüllt. Sein ältester Bruder Carl, jetzt Lehrer in Wittenberge,