Ein Thurm ohne Doch,
Ein Haus ohne Fach/
Durch alle Straßen fließt ein Bach.
Aber die neue Zeit hat gewiß auch hier Vieles verändert,wie aller Orten, wo die Eisenbahnen andere Verkehrsgucllcneröffnet. Dann ging's an den bei Dingelstedt gelegenenKloster Neifenstcin und bei der hochgelegenen Besitzung deralten Dynasten von Rttstcbcrg, die weit hinein ins Landschaut und wozu das Kloster jetzt gehört, vorbei nach Leinc-felde, wo ein längerer Aufenthalt stattfand und umgestiegenwerden mußte. Von Leincfelde ging's nach Heiligcnstadt,wobei der Hilfensberg, ein berühmter katholischer Wall-fahrtsort mit einer Kapelle, von der Duval singt:
Der Heilgen Wilgefortis ward schon in grauer Zeit,Ein Denkmal frommen Glauben», die Bergkapell' geweiht.
Auch von Nörten wallfahrten manche dorthin. Das nächsteZiel unserer Rückfahrt war Göttingen, und da mußten »virzu Fuß weiter, weil nur der Schnellzug fuhr, den wirnicht benutzen konnten. Vis Bovenden gingen wir undfanden dann auf einem Leiterwagen Platz, der uns wohl-behalten bis vor unsere Thür brachte, wo wir die Unfernalle gesund wieder antrafen.
Am 29. Juni Abends traf ganz unerwartet, weil ervorher nicht geschrieben hatte, unser Rudolf bei uns ein,um seine ersten Ferien hier zu verleben. Die Freude warbeiderseits groß und besonders für ihn — er weinte vorFreude. Da gab's nun Vieles zu erzählen aus der kürz-lich verlebten Schulzeit, wo ihm ja so Vieles neu war.Sein Gensurbuch war ja befriedigend, er hatte sich unter65 Schülern der Sexta bis auf den 19. Platz emporge-arbeitet. Nun hatte er vier Wochen Ferien, die er znrBearbeitung seiner Aufgaben verwenden sollte, und währenddieser Zeit er auch unsere Schule mit besuchte, so daß ereigentlich vom Unterrichte in dieser Zeit nichts einbüßte.
Alle unsere Verwandten waren bei seiner Abreisenoch wohl gewesen, da brachte uns ein Brief Meiner