weltgeschichtlicher Ereignisse, und was hätten wir alles nocherleben können, wenn der Krieg sich nach Deutschland ge-wälzt hätte und all sein Elend sich bis in die kleinste Hütteerstreckte. „Welch eine Wendung durch Gottes Führung!"ist ein wahres Königswort aus dein Munde und Herzendes greisen Königs Wilhelm I., das ihm Taufende mitdankbarem Herzen nachsagen können.
Wie schon seit einigen Jahren, so machten wir auchin diesem Jahre wieder einen Besuch in Nordhausen zumMartinsabend, den wir diesmal im Hause meines BrudersHermann feierten. Leider konnte ich meine SchwesterAngnste diesmal nicht besuchen, da sie die Blattern hatte,doch war sie schon wieder ans der Besserung. Noch immerhatte die böse Seuche in Nordhanscn nicht nachgelassen.Auch Bruder Hermanns Frau hatte sie gehabt. Bei alle-dem aber konnte man in Nordhausen nicht merken, daßeine Plage in ihren Mauern herrschte. Dil schlägst sie,aber sie fühlen es nicht. — Unser Minchen befand sichwohl; sie war jetzt bei einer Putzmacherin, um diesesGeschäft zu lernen, wozu sie auch Lust und Geschicklichkeitzeigte. Möge Gott ihr nur einen einfachen, nüchternenSinn erhalten, und sie in der großen Stadt bewahren,damit sie in Gottesfurcht und Treue ihm diene ihr Leben lang.
Wenn nun der frühzeitig eintretende Winter uns auchmehr an die Stube fesselte, so ging doch unter der täglichenArbeit die Zeit vor Weihnachten schnell dahin, und dasliebe Fest mit aller seiner Freude und Herrlichkeit, mitseinem ewig neuen Evangelium von der Liebe Gottes inseinem eingeborenen Sohne, erwärmte wieder aufs neuedas arme, Trost und Frieden suchende Herz. Und somitneigte sich das Jahr seinem Ende entgegen, und am Jahres-schluß konnten wir singen:
Gott Lob, so geht mit gutem Glücke,
Und besser, als ich selbst gedacht,
Der Nest des alten Jahrs zurücke.
Der Herr hat Alles wohl gemachtUnd macht es wohl noch fernerhin,
Daß ich bei ihm in Gnaden bin.