und das satanische Treiben der Jesuiten immer mehr ent-larvt wurde. Und diese Bewegung erstreckte sich auch indie kleinsten Orte. War doch selbst etwas davon in unsermNörten zu spüren, als die hiesigen Katholiken am allge-meinen Friedensfcste, welches am 18. Juni kirchlich gefeiertwurde, und welches gerade mit der Feier des S5jährigcnJubiläums des Papstes zusammenfiel, allerlei Demon-strationen machten, so daß nur das Dazwischentreten deshiesigen Gendarmen Schmidt es verhinderte, daß es nichtzu Thätlichkeiten kam. Es hatte aber diese Friedensfcierin Nörten das Eigenthümliche, daß man genau die Hänserder katholischen und lutherischen Einwohner erkennen konnte,indem kein lutherisches Hans illuminirt war, dagegen hattendie katholischen alle Fenster erleuchtet und ihren Papstdahingestellt, und an den meisten Hanslhnren waren Trans-parente mit der Inschrift „Heil Pius IX." zu sehen Soverlief denn das Friedensfest eigentlich ohne öffentlicheKundgebung, doch aber war ja Nörten bei andern merk-würdigen Ereignissen darin nicht zurückgeblieben.
Die diesjährige Ernte war vom schönsten Wetter be-günstigt, und dadurch alle Besorgnisse verscheucht, da in dervorhergehenden Zeit viel Regen gefallen war. Es trataber wieder solch eine Trockenheit ein, daß man nichtPflügen konnte, weshalb sich die Bestellung für den Herbstund auch das Abrodcn der Kartoffeln tiefer in den Herbsthineinzog. Die Kartoffeln waren in unserer Gegend undauch anderwärts in diesem Jahre nicht so ergiebig, weshalbviel von auswärts bezogen werden mußte, da besonders insandigen Gegenden der Ertrag doch besser gewesen war.Sonst war immer vor meinem Geburtstage die Kartoffel-ernte beendet gewesen, dies Jahr fingen wir gerade anmeinem Geburtstage an, weshalb derselbe nur still vorüber-ging. Doch wurde ich an demselben durch Briefe vonMinchcn und einigen Brüdern erfreut, hatte auch Anlaßgcnng, die Gnade Gottes zu preisen und ihm für seineFührung und Bewahrung in dem verflossenen Jahre zudanken. Ja, es war ein merlwürdiges Jahr, voll großer