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gehabt, ging meine Fahrt über Northeim, Nordhansen undHalle in einem Znge nach Cöthen, wo ich meinen altenFreund Wald besuchte, der dort Hausvater im Rettnngs-hanse ist. Ich fand ihn nicht mehr zu Hause, weil er amselbigen Tage schon nach Wallenstedt gereist war. SeineFrau war ebenfalls mit, und wurde ich von der TochterMarie freundlich empfangen und auch von dem GehiilfenKaufmann. Ich blieb daselbst über Nacht und wurde vonKaufmann nach Biendorf gebracht, von wo ich meine Reisenach Meinstedt fortsetzte und daselbst zur Mittagszeit imElisabcthstift, einer von Fräulein Johanne Nathnsius ge-gründeten Anstalt, dessen Hausvater Franke, ein Bruderdes Lindenhofes, mit mir zusammen dort war, mich fürdie Zeit meines Aufenthalts in Meinstedt beherbergte, wasmir sehr lieb war, da ich auch gern einmal eine Anstaltsehen wollte, die es sich znr Aufgabe gemacht, der arinenBlödsinnigen und Epileptischen sich anzunehmen, um Ver-suche zu ihrer Heilung, oder wenn dies nicht möglich, sie inden dicht nebenan begründeten Asyle Gottessorge zeitlebenszu verpflegen. Ja, da war ein Haufen Elend beieinanderzu sehen, was man sonst im Leben nur als vorübergehendeErscheinung betrachtet. Ein schweres Stück Arbeit in derinncrn Mission!
Im Laufe des Tages kamen noch mehrere Brüder,welche im Elisabethstift hcrbergten, und wir machten gegenAbend unserm Jnspcctor Herrn I)r. Hardeland einen Besuchund fanden denselben und dessen Pflegetochter Elisabethrecht wohl. Herrn Hardelands Frau war in ihre Heimathim Holländischen gereist. Auch besuchten wir den seitlängerer Zeit kranken Bruder Höpfner, der das Haus-meisteramt im Lindcnhofe verwaltet hatte. So ging unterBegrüßungen und Gesprächen der Tag hin.
Am andern Tage, den 30. August, war das Jahresfestdes Lindenhofes. Pastor Martin von Nathnsius hielt dieFestrede kräftig und gediegen. Es war ein Mann ansdem kleinen Knaben geworden, denn als solchen hatte ichihn vor 20 Jahren gekannt. Wie würde die selige Marie