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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
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ging mich vorüber, und die mächtige Hand Gottes halfauch unserem kämpfenden Heere weiter, den alten Erbfeindin Frankreich niederschlagen. Und mitten unter diesenKämpfen entstand beim herannahenden Friihlinge das neueDeutsche Reich, und König Wilhelm wurde iu Versaillesals Deutscher Kaiser erwählt. Paris ergab sich endlich,nachdem das Schreckensregiment der Commune entsetzlichgcwirthschaftct mit Feuer und Schwert; endlich kehrte derFriede wieder, die Friedensarbeiten begannen und Friedeus-feste konnten gefeiert werden, um dem Herrn der Hccr-schaaren zu danken. Es waren große und gewaltige Ereig-nisse, deren Tragweite unsere Gegenwart nicht ausfüllen,denen noch eine große Zukunft vorbehalten ist, wenn dasdeutsche Volk seine ihm von Gott gegebene Mission zuerfüllen versteht.

Im Frühjahr war's ziemlich naß und kalt, und warenwir mehr an die Stube gefesselt. Doch machten wir inder Woche nach Pfingsten eine Reise nach Nordhausen, umMinchens Angelegenheiten zu ordnen. Ich fand meinenBruder August ziemlich krank und mußte ihn auch so wiederverlassen. Zudem herrschte in der Stadt die Pockenkrank-heit, woran mehrere Hundert darnieder lagen. Wir erhieltenzwar bald die Nachricht von der Besserung meines Bruders,aber auch daß die Pocken sogar in dem Hause meinesBruders gewesen wären. Nun Gott sei auch dafür Dank,daß sie nicht weiter um sich gegriffen; aber Bruder HermannsFrau hatte sie auch gehabt.

Mein Bruder mit seiner Frau und Mincheu besuchtenuns in den Hundstagsfcrien und hielten sich acht Tage auf.Mein Bruder war nach seiner Krankheit wieder wohl auf,so daß ich mich wunderte. Er arbeitete unermüdlich imGarten und machte sogar eine Fußtour nach Northeim undzurück, wo wir dem Missionsfeste beiwohnten.

Am 28. August machte ich eine Reise nach Minstedtzur Brüderconferenz, welche nebst dem Jahresfeste desLindenhofs am 30. August abgehalten werden sollte. Beiherrlichem warmen Sommerwetter, wie wir es lange nicht