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Abends 11 Uhr, in ihrem 38. Lebensjahre, nnd ihr letztesKind am 5. April ch. an. Dieser Todesfall berührte unsaber auch noch anderweitig, indem mein Schwager schrieb,daß wir selbst die Nothwendigkeit einsehen würden, daß esbesser für unser Minchen wäre, wenn wir sie hierhernähmen, indem er bei seinem Geschäfte ihr nicht die noth-wendige Aufsicht und Erziehung zu Theil werden lassenkönnte. Dies sahen wir auch ein, aber jetzt reisen und sieabholen, ging doch nicht gut, denn wir hatten selbst einkrankes Kind im Hanse, unser jüngstes WaisenmädchenWilhelminc, wo wir doch auch nicht wußten, welchen Aus-gang ihre Krankheit nehmen würde, und einer von unswollte auch nicht gern reisen. Ich schrieb also meinemSchwager unsere Zustände, und daß wir sobald als möglichihn besuchen nnd Minchen dann abholen wollten, welchessich jedoch bis zum Juli verzögerte. Inzwischen ver-schlimmerte sich der Znstand unseres kranken Kindes immermehr, und es gefiel nnserm himmlischen Vater, sie heimzu-holen und von ihren Schmerlen zu erlösen. Sie starb aneinem Sonntag Morgen, als ich allein bei ihr war, garsanft am 3. Mai 1868, und am 6. Mai fuhren wir sienach Großenrode, wo sie mit den dort begrabenen Waisen-vätern und Kindern schläft bis zum lieben jüngsten Tage.Herr Pastor Duft hielt an ihrem Grabe die Leichenredeüber Marc. 5, 39: „Das Kind ist nicht gestorben, sondernes schläft." Ach ja, der HErr wollte uns auch hierdurchinniger an unsere lieben Waisenkinder binden.
Die Lücke, die der Tod in der Zahl unserer Zöglingegemacht, wurde bald durch die Aufnahme eines andernaufgenommenen Mädchens ausgefüllt. In dieser Zeit hattenwir auch zwei Besuche: die Hausmutter des Elisabcthstiftcs,einer Anstalt für blödsinnige Kinder in Neinstedt, FrauFranke, nnd unser Jnspector IN-. Hardeland. Der Besuchnnsers thcnern Jnspectors war besonders wohlthnend füruns, nnd wir verbrachten fröhliche Stunden, nnd konntenmancherlei mündlich besprechen. Auch er freute sich, daßes ihm vergönnt war, hier in der Nähe der Universität