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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
206
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meine Stellung im hiesigen Waisenhanse in Betracht zag,welches als ein Privatinstitnt durchaus unabhängig vonder Regierung bleiben sollte. Da die Cvnfcrenz, insofernsie von Seiten der Regierung etwa angeordnet war, sichdaher auch nur ans die von derselben abhängigen Lehrererstreckte, so erklärte ich dem Vorsteher der Confercnz,Herrn Pastor Dnft, daß ich ans obigem angegebenenGrunde nicht daran Theil nehmen würde. Diese Erklärunggeschah aber erst später, halte aber zur Folge, daß ichdavon dispcnsirt war, womit auch der Herr Graf einver-standen war.

Am Palmsonntage, welcher auf den 5. April d. I.fiel, wohnte ich der Cvnfirmation zweier unserer Waisen-kinder, eines Knaben und eines Mädchens, zum ersten Malein Großenrode bei, zu welcher Parochie das Waisenhans,als zur Schloßgcmeinde Hardenberg gehörig, eingepfarrtist. Es war für mich auch interessant, dieses älteste Besitz-thum des Grafenhauses zu sehen, zumal sich in der Kirchedas jetzige Erbbegräbnis) der Grafen befindet. Die Kircheist einfach, aber würdig ausgestattet und machte einenerhebenden Eindruck auf mich, wie auch die ganze Feierdes Tages, zumal auch ein überaus köstlicher Frühlingstagdenselben auszeichnete und die kindlichen Gemüthcr rechtfröhlich stimmte. Einige Wochen früher war ich mitden Kindern in Göttingen zur hier üblichen Prüfung durchden Superintendenten Hildebrand gewesen. Die Prüfunggeschah in der St. Johanniskirche. Nach derselben besahenwir uns das reichhaltige Göttinger Museum, das erstegrößere, welches ich überhaupt gesehen habe, und welchesmich sehr befriedigte.

So rückte denn das fröhliche Osterfest heran. Füruns brachte es eine Trauerbotschaft. Am dritten Ostcrtageerhielten wir von meinem Schwager Koch in Lenzen dieNachricht, daß unsere Schwägerin heimgegangen sei, nach-dem sie mehrere Wochen schwer erkrankt war, eine Folgeihrer letzten Entbindung von einem Töchterchen, welchesihr aber im Tode voranging. Sie starb am 12. April 1868,