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2 (1893) Vom Jahre 1867-1878
Entstehung
Seite
186
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die eine ängstliche Phantasie noch verschlimmerten, brachtenmich in einen fast krankhaften Zustand, bei dem nur GottesGnade Schlimmeres verhütete.

Der 18. October brachte ans der festgestellten Ver-sammlung nur eine kleine Zahl Freunde zusammen. Nachdieser Zahl zu schließen, war allerdings die Theilnahmenur sehr gering, und darunter waren auch noch mancheNeugierige und andere, die ein materielles Interesse andem Fortbestande hatten. Pastor Besser trug die ganzeSachlage vor und entwickelte seinen Gedanken, und kamschließlich zur Abstimmung über die drei Fragen: Solldas Haus überhaupt fortbestehen? Soll es auf gegenWärtiger Stelle bleiben? Und »venu beides, wie sind dieMittel zur Erhaltung desselben zu beschaffen? Die ersteund zweite Frage wurde mit Ja beantwortet, wegen derdritten wurde man einig, einen Hülfernf in die Prignitzzu erlassen. Würde bis im Februar nächsten Jahres sichdie Sache erhalten, so wolle man wieder zusammen kommenund sehen, was sich weiter thun ließe. Damit war abernun für die gegenwärtige Roth gar nichts gethan, und fürmich war der Zeitpunkt zu weit hinausgeschoben, denn bisdahin ließ sich die Nörtcncr Stelle nicht interimistisch ver-walten. Ich entschloß mich also kurz und schrieb noch inPritzwalk an den Herrn Grafen, daß ich kommen wolle.Pastor Besser hatte nun den Gedanken, ich solle erst eineZeit lang dorthin reisen und mir die Sache ansehen, undwenn mir's gefiele, dann mit Familie übersiedeln, meineFrau solle unterdeß hier die Wirthschaft weiterführen. Ichkonnte darauf nur erwidern, daß ich sehen wolle, wie sich'sthnn ließe.

Alles einstweilen bei Seite schiebend, reiste ichNörten zu. Hier kam ich Nachts 12 Uhr auf dem Bahn-hofe an. Ein Freund zeigte mir den Weg, es war derDrechslermeister Wcdcmcyer aus Neiershausen, den ichspäter kennen lernte, und ich stand in 5 Minuten vor demWaisenhause. Vor mir das große massive Gebäude, ummich her stille Nacht und über mir leuchteten die Sterne.